(Dragør) – Genervte Lokalpolitiker nennen das Spiel der Jugendlichen mit den Sprüngen ins Hafenbecken von Dragør für reinen Idiotismus. Die Jungs wie Daniel Graae und seine Freunde hängen auf der Mole herum. Hier genießen sie die Sonne und das Wasser – geradezu perfekt an einem heißen Sommertag. Auf der Mole steht zudem ein hoher Mast.

Und im Sommer wird dieser Mast nur allzu gern benutzt, obwohl es streng verboten ist. Das Foto des Kommunalpolitikers Morten Dreyer zeigt es. „Der Mast ist 10 Meter hoch, also denke ich, es ist ein reiner Idiotismus, von dort oben aus ins Wasser zu springen. Sie können beim Sprung von von einer Böe erwischt werden, oder sie riskieren, beim Aufstieg abzugleiten. Wenn sie aus dem Gleichgewicht kommen, fallen sie auf Beton, und wenn sie vom Wind erfasst werden, fallen sie auch auf Beton.“

Auf seinem Bild ist eine Person an der Spitze des Mastes zu sehen – auf einer kleinen Plattform. Er ist kurz davor, ins Wasser zu springen. Morten Dreyer ist Mitglied im Stadtrat von Dragør, und er ist geschockt. „Ertens ist das Baden hier im Hafen verboten, und sie tun es trotzdem. Aber das ist lange noch kein Grund, auf den Mast zu klettern und vor dort aus herunterzuspringen. – Es ist ein Wunder, dass noch niemand dabei verunglückt ist.“

Morten Dreyer ist äußerst besorgt, aber der 18-jährige Daniel Graae und seine Freunde auf der Mole sehen das anders. „Es gibt viele, die vom Mast springen. Es ist tief und niemand ist bisher auf den Beton aufgeschlagen. Man kann sagen, dass immer etwas passieren kann. Aber noch ist nichts passiert, und Kinder und Erwachsene springen von dort oben. Ich denke, das ist in Ordnung“, sagt Daniel Graae. Er will nicht sagen, ob er selbst schon den gewagten Salto ausprobiert hat, aber es ist kein Sprung, der ihn erschreckt.

„Es besteht immer ein Risiko bei allem, was man macht. Es besteht auch das Risiko, dass sie auf der Straße von einem Auto erfasst werden. Ich will nicht sagen, ob ich es selbst schon gemacht habe oder nicht, aber ich habe keine Angst, dort hoch zu klettern und von da hinabzuspringen“, sagt Daniel Graae.

Aber dazu dürfte es jetzt nicht mehr kommen, dann gestern, am Dienstag, wurden die unteren Streben des Mastes mit langen spitzen Zacken versehen und mit Stacheldraht gesichert, die sich für einen „Ausflug nach oben“ gar nicht eignen.

Dieses wurde auf die Initiative eines besorgten Hafenarbeiters hin gemacht, der in dem Leichtsinn der Jungen auch eine Gefahr gesehen hatte. „Heute haben wir die horizontale Streben am unteren Teil des Mastes angebracht, damit man nicht mehr hochklettern kann. Und zusätzlich werden wir Hinweisschilder aufstellen, die besagen, dass das Baden im Hafen verboten ist“, sagt der Hafenarbeiter Lars Olsen.

von

Günter Schwarz – 08.08.2018