Københavns Wasserwerk nimmt am 08. August 1859 als zweites Wasserwerk des Landes seinen Versorgungsbetrieb auf. Das Wasserwerk in Odense arbeitete bereits seit 1853.

Københavns Wasserwerk befindet sich in der Studiestræde 54 zwischen der Studiestræde, der Hammerichsgade, dem Deloitte Huset und dem ehemaligen Gebäude der Studentenvereinigung am H. C. Andersens Boulevard, Das Wasserwerk wurde 1859 gegründet, und im Jahr 2007 wurde das Werk zum Nationalt Industriminde (Nationales Industrie Kulturdenkmal) erklärt.

Das Werk wurde als eines der ersten Gebäude außerhalb ds Festungswälle errichtet und lag innerhalb eines ehemaligen Ravelins (dreieckige Bastion vor den Festungswällen), das ihm seine Form gegeben hat. Ein Ausschuss hatte schon ab dem Jahr 1847 Innovationen für die Wasserversorgung der Hauptstadt vorzuschlagen, was durch die Cholera-Epidemie in København im Jahr 1853 der direkte Anlass für den Stadtrat der Hauptstadt war, das Wasserwerk errichten zu lassen. Die Arbeiten bestanden darin, aus einem Oberflächen- und Grundwassersystem trinkbares Wasser zu gewinnen und in einem Höhenreservoir, in Wasertürmen, für die Wasserverbraucher vorzuhalten. Die englische Firma Cochrane & Co. erhielt den Zuschlag für den Bau des Werks, und am 16. Mai 1857 legte J. C. Jacobsens den Grundstein. Das Wasserwerk wurde dann am 09. August 1859 eingeweiht und pumpte mit 300 PS Trinkwasser in die Wassertürme.

Die Gebäude des Wasserwerks selbst wurden von N. S. Nebelong im kreisförmigen Stil angelegt. Die Anlage wurde 1875, 1886 – 1889 und 1951 umgebaut und ging 2007 aus dem aktiven Betrieb. Das Maschinenhaus des Wasserwerks war seit 1986 das Pumpehuset (Pumpenhaus), und die originale, in England hergestellte Dampfmaschine befindet sich heute im Technischen Museum von Dänemark.

Nur wenige Jahre nach dem Bau musste das Werk 1875 erweitert werden, da das Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt dieses erforderte. Das Werk bekam zwei zusätzliche Dampfkessel und hatte damit acht Dampfkessel und sechs Dampfmaschinen. Die nächste Erweiterung in den Jahren von 1886 bis 1889 brachte dem Wasserwerk drei weitere Dampfkessel hinzu.

Die eigentlichen Wasserwerksgebäude liegen zentral auf dem Grundstück und sind von Wohnhäusern und Bürogebäuden umgeben. Alle Gebäude sind mit Ziegelsteinen gemauert und mit Schiebedächern versehen. Das Maschinenhaus von 1859 ist die zentrale Dominante der gesamten Anlage. Es ist eine klassische Doppelhaushälfte mit abgerundeten Fenstern. Das Kesselhaus wurde zusammen mit dem Maschinenhaus gebaut, ist aber eine Etage niedriger und ist leicht versetzt.

Die Fassadengestaltung und Dekoration des Mauerwerks sind identisch mit dem Maschinenhaus. Die Giebel beider Häuser sind durch drei abgerundete Fenster unterbrochen. Ein kleineres einstöckiges Gebäude steht stirnseitig zum Kesselhaus. In der Lücke zwischen den beiden Gebäuden steht der Schornstein des Werks aus dem Jahr 1930, der ursprünglich 43 Meter hoch war und aus Sicherheitsgründen 1972 um 10 Meter gekürzt wurde.

Die übrigen Häuser, drei Bürogebäude, sind alle entweder ein oder zwei Etagen hoch und um die zentralen Gebäude verteilt.

von

Schwarz – 08.08.2018