(København) – Der Klima-Sprecher der Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) bestreitet nicht, dass die Temperaturerhöhung auf dem Planeten aus natürlichen Gründen erfolgt ist. Aber trotz der Tatsache, dass 97 Prozent der Klimawissenschaftler der Welt sich einig sind, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist, ist der Klima-Sprecher der Dansk Folkeparti, Mikkel Dencker, nicht davon überzeugt, dass die wärmeren Temperaturen der Welt eine Folge der Emissionen von Treibhausgasen ist.

Er nennt den vom Menschen verursachten Klimawandel lediglich einen „Interessenkonflikt“, solange einige Klimaforscher sagen, dass es dafür eine andere Erklärung geben könnte. „Ich kann die These, dass sie vom Menschen gemacht sind, nicht ausschließen. Aber solange es zuverlässige Forscher gibt, die eines sagen, und so manche andere das andere sagen, bin ich nicht ganz davon überzeugt, dass eine Erklärung wahrer ist als die andere. Dann geht es mehr um Glaubensfragen, und ich denke, das ist in erster Linie eine Sache der Kirche und nicht der Politik“, behauptet er.

In einer Analyse von Ende Juli, die von Forschern aus sechs wissenschaftlichen Institutionen in Europa und den USA im Netzwerk World Weather Attribution (WWA) veröffentlicht wurde, ist die Schlussfolgerung eindeutig: „Die Wahrscheinlichkeit, ein solch warmes oder sogar noch wärmeres Wetter in der Regel doppelt so oft als heute zu bekommen, wurde und wird durch menschliche Aktivitäten verursacht, die das Klima verändern.“

Mikkel Dencker kommt zu dem Schluss, dass eine große Mehrheit der Menschen der Meinung ist, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird und dass es eine „wahrscheinliche Erklärung“ sein könnte. „Aber ich muss auch berücksichtigen, dass es zu Beginn der Erdgeschichte heftige Klimaveränderungen gegeben hat, die nicht auf vom Menschen verursachte Aktivitäten zurückzuführen waren“. Er glaubt von daher, dass Klimaforscher „eine Panikmache provozieren, aus der wir das gesamte Energiesystem innerhalb weniger Jahre umstrukturieren sollen“.

Er wird sich dieser Stimmung nicht anschließen. „Seit Jahrhunderten gibt es CO2-Emissionen, daher halte ich es einfach nicht für nötig, die CO2-Emissionen so kurzfristig bewältigen zu wollen“, sagt er. Der Vizepräsident der Dansk Folkeparti, Søren Espersen, gibt Mikkel Decker das Recht, Fanatiker auf beiden Seiten der Klimadebatte zu kritisieren und in Frage zu stellen. Aber er hegt nicht dieselben Zweifel wie sein Parteifreund. „Ein Teil von allem, was momentan vor sich geht, ist menschlich gemacht“, meint Søren Espersen, „ aber natürlich gibt es auch etwas, was auf die allgemeine Entwicklung des Klimas zurückzuführen ist.“

von

Günter Schwarz – 11.08.2018