Das schwedische Heer unter der Führung des Königs Karl X. Gustav von Schweden beginnt am 11. August 1658 die Belagerung Københavns.

Karl X. Gustav wurde am 08. November 1622 als Sohn des Pfälzer Kittels Johan Kasimir von Pfalz-Zweibrücken und Prinzessin Katarina Vasa, Tochter von Carl IX, in Nyköping geboren und war nach der Abdankung seiner Cousine Christina I. von 1654 bis1660 König von Schweden. Er heiratete 1654 Hedvig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorp. Ihr Sohn wurde König von Schweden unter dem Namen Karl XI. König von Schweden (1660 – 1697).

Karl X. Gustav war trotz seiner kurzen Regierungszeit einer der bedeutendsten Könige Schwedens. Er verbrachte den größten Teil seiner Herrschaft als Heerführer der schwedischen Armee in Polen, Deutschland und Dänemark. Die Armee hatte großen Erfolg und der Übergang über den Großen Belt, der zur Eroberung eines großen Teils von Dänemark und zur Friedensregelung in Roskilde führte, wird in der schwedischen Geschichtsschreibung als eines der größten Kriegsunternehmen in der Geschichte Schwedens bezeichnet.

Der dänisch-schwedische Krieg von 1658-60, der in Dänemark der „Anden Karl Gustav-krig“ genannt wird, war ein Krieg zwischen Dänemark-Norwegen und Schweden. Es war eine Fortsetzung eines früheren Konflikts zwischen den beiden Kriegsparteien, der nur wenige Monate zuvor beendet worden war, nachdem Schweden und Dänemark-Norwegen am 26. Juni 1658 in Roskilde ein Friedensabkommen ausgehandelt hatten.

Nach diesem Konflikt wünschte der schwedische König Karl X. Gustav die Provinz von Königliches Preußen in Polen an das schwedische Reich anzugliedern, aber seine Position in der Region war nicht stark genug mit der Opposition von Brandenburg und Österreich. Die Dänen stoppten teilweise und zögerten die Erfüllung einiger Bestimmungen aus dem vereinbarten Friedensabkommen von Roskilde hinaus.

Der schwedische König beschloss daher, dieses als Vorwand für einen Angriff mit dem ehrgeizigen Ziel zu nutzen, Dänemark als souveränen Staat zu vernichten und die Hauptstadt København zu zerstören. Eine schnelle und entscheidende Niederlage von Dänemark wurde jedoch nur als Mittel zu einem größeren Ziel gesehen. Sein langfristiges Ziel war es, in Europa Krieg zu führen, ohne die dänischen Einmischungen zu fürchten.

Die schwedische Armee schloss København in der Hoffnung ein, es auszuhungern und zu unterwerfen. Das scheiterte jedoch, als die Niederländische Republik sich dem Konflikt auf der dänischen Seite anschloss und eine Verstärkungsflotte sich durch die schwedischen Seestreitkräfte im Øresund schlagen konnte. Karl versuchte daraufhin einen entscheidenden Angriff auf die Stadt in der Hoffnung, sie zu erobern und den Krieg so für sich zu entscheiden Dieses Vorhaben scheiterte allerdings. Und dann schlossen sich noch Brandenburg, Polen und Österreich dem Krieg gegen die Schweden an.

König Karl X. erkrankte Anfang 1660 und verstarb an der Krankheit am 13. Februar desselben Jahres in Göteborg. Mit dem Tod des schwedischen Königs wurde eines der größten Hindernisse für den Frieden beseitigt und der Vertrag von Oliva (heute ein Stadtteil von Gdańsk /Danzig) mit den Alliierten Polen, Österreich und Brandenburg unterzeichnet.

Die Dänen waren jedoch nach ihren jüngsten Erfolgen nicht auf Frieden bedacht und nutzten die Schwäche der schwedischen Seite. Die Holländer zogen ihre Blockade zurück, wurden aber bald von den Dänen davon überzeugt, sie weiter zu unterstützen.

Daraufhin intervenierten die Franzosen und Engländer für die Schweden, und die Situation taumelte erneut am Rande eines großen Konflikts. Der dänische Staatsmann Hannibal Sehested verhandelte jedoch ohne direkte Beteiligung fremder Mächte einen Friedensvertrag aus, und der Konflikt wurde mit dem Vertrag von København letztlich gelöst, mit dem Schweden gezwungen wurde, die Insel Bornholm nach Dänemark und die Region Trøndelag in Mittelnorwegen nach Norwegen zurückzugeben.

Der Vertrag von 1660 schuf politischen Grenzen zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen, die bis heute andauern und von allen Seiten anerkannt sind.

von

Günter Schwarz – 11.08.2018