(Blans) – Auch in Dänemark kämpfen die „Tante-Emma-Läden“ ums überleben. Doch nicht alle Dorfbewohner wollen sich mit dem Sterben „ihres Ladens“ abfinden und begehren dagegen auf.

Ein positives Signal setzen die Bürger des kleinen Dorfes Blans, dass in Sønderjylland (Nordchleswig) zwischen Aabenraa und Sønderborg gelegen ist. Sie müssen sich finanziell beteiligen und mindestens eine halbe Million Kronen sammeln, um ihren geliebten Kaufmannsladen zu erhalten.

Die Regale sind leer beim Ladenbesitzer in Blans. Der Laden ist seit über zwei Monaten geschlossen, weil der Besitzer und Ladeninhaber einen Unfall hatte und einige Wochen im Krankenhaus lag. Aufgrunddessen ist die Zukunft für den kleinen Laden unsicher geworden.

Von 2006 bis 2016 haben im gesamten Dänemark in den kleineren Ortschaften über 300 Lebensmittelläden den Schlüssel für immer umgedreht, sagen die Zahlen von Samvirkende Købmand (Kaufmannsverband). Diese Statistik soll nach dem Willen der Einwohner von Blans aber nicht Eingang in die Geschichte ihres Dorfes finden, denn sie wollen hart um ihren Laden kämpfen.

„Ein Lebensmittelgeschäft in Blans ist für uns wichtig“, sagt Gitte Marcussen, „es gehört zum Dorf dazu und neben dem Dorfkrug ist Mittelpunkt einer Gemeinde.“

Sollte es dem Dorf gelingen, den Laden wiederzubeleben, müssen mindestens eine halbe Million Kronen (67.000 Euro) investiert werden. Daraus ergibt sich, dass zwei von drei Haushalten in Blans einen Mindestanteil von 2.500 Kronen kaufen müssen, und damit betrifft es praktisch alle Bürger, die sich im Kampf für den Fortbestand ihres Ladens stark machen. Am Donnerstagabend wurde schon der erste Schritt bei einem Bürgertreffen getan, und es war schnell klar, dass die Unterstützung für den Laden groß ist.

„Unser Laden und der Händler waren ein Herzstück für das ganze Dorf. Und ohne es ist das Dorf wirklich tot – und darum geht es“, sagte Gitte Marcussen.

Alle Plätze der Bürgerversammlung waren besetzt, und der Zuspruch für den Kaufmann war entsprechend groß. Einig war man sich darin, der Kaufmann muss nicht nur überleben, er muss auch modernisiert werden. So boten einige der Bürger Vorschläge für Verbesserungen an. „Der Boden ist uneben, worauf die älteren Bürger beim Treffen hingewiesen haben, dass das ist eines der Dinge, die wir ändern müssen“, sagte Initiator Benny Christensen.

Auch die etwas jüngeren Bürger in Blans haben Wünsche für ihren neuen Laden. „Eines der Erfolgskriterien soll demnach sein, dass wir mehr Obst und Gemüse und mehr ökologische Waren ins Sortiment aufnehmen“, sagt Benny Christensen.

Nach der Bürgertreffen zeigte sich Benny Christensen optimistisch. Er glaubt fest daran, dass in Blans das Band an der Kasse wahrscheinlich bald wieder laufen wird. „Innerhalb der ersten 24 Stunden haben wir bereits 70.000 Kronen (9.400 Euro) zusammen bekommen. Es hat meine Erwartungen weit übertroffen, und es geht schnell so weiter“, bemerkte Benny Christensen.

von

Günter Schwarz – 18.08.2018