(København) – Die Verdoppelung der Investition in den Küstenschutz ist Teil des anstehenden Haushaltsentwurfs der Regierung. Der Betrag zur Sicherung der anfälligsten Küsten Dänemarks wird nach dem Willen der Lars Løkke Rasmussen fast verdoppelt, verlautet es aus dem Ministerium für Umwelt und Ernährung in einer Pressemitteilung.

„Wir müssen jetzt handeln und uns verlorene Küstenabschnitte zurückholen, damit Städte, Häuser und Infrastruktur hinter den Dünen eines Tages nicht überschwemmt und weggespült werden. Mehrere schwere Stürme in den vergangenen Jahren sind ein harter Schlag den Küstenschutz gewesen, und wir müssen jetzt massiv investieren“, sagt Umwelt- und Ernährungsminister Jakob Ellemann-Jensen von der Regierungspartei Venstre (Rechtsliberale Partei).

Derzeit gibt es vier gemeinsame Projekte entlang der Westküste Jyllands (Jütlands) östlich von Skagen, die der Staat gemeinsam mit sieben Kommunen finanziert. In den laufenden gemeinsamen Vereinbarungen von 2014 bis 2018 sind jährlich 96,9 Mio. Kronen (12,95 Mio. Euro) vorgesehen. Dieser Betrag wird die Regierung von 2020 bis 2024 auf 184,6 Mio. Kronen (24,75 Mio. Euro) pro Jahr erhöht. 2019 werden die laufenden gemeinsamen Abkommen mit unveränderter Finanzierung vom Staat verlängert. Insgesamt will die Regierung von 2019 bis 2024 etwa 1,1 Milliarden Kronen (147,5 Mio. Euro) für die gemeinsamen Projekte zum Küstenschutz ausgeben.

„Wenn der Küstenschutz nicht gestärkt wird, riskieren wir mehr als 10.000 Grundstücke und Werte von mehr als 11 Milliarden Kronen (1,47 Milliarden Euro), die im Wasser verloren gehen“, heißt es von dem Kystdirektoratet (Küstendirektorat).

Der Wunsch der Regierung, die dänischen Küsten zu schützen und zu sichern, gilt besonders für die Westküste von Jylland. Seit 1983 leistet der Staat finanzielle Unterstützung für den Küstenschutz an der Westküste zwischen Lodbjerg bei Søndervig und Nymindegab in der Kommune Varde. Dieser Küstenabschnitt ist Dänemarks gefährdetste Küste, da er am heftigsten von Erosion und Überschwemmungen bedroht ist. Wenn es in dem Abschnitt einen Durchbruch gibt, besteht die Gefahr, dass hinter den Dünen zahlreiche Häuser, große Ländereien und viel Infrastruktur verloren gehen.

Die Ferienhauseigentümer in Lønstrup wurden schon im Januar dieses Jahres benachrichtigt, um nach der Durchführung von illegalen Sicherungsmaßnahmen an der Küste aufzuräumen. Die Küste war teilweise mit Beton gesichert worden, aber es ist nicht klar, wer hinter diesen illegalen Arbeiten an der Küste steckt. Daher entschloss sich das Küstendirektorat, eine Mitteilung an alle Sommerhauseigentümer in Lønstrup zu schicken.

Innerhalb der letztzen 10 Jahre sind in Lønstrup mehr als 30 Ferienhäuser verschwunden, da sie von den Wellen geschluckt wurden. Jahrelang wurde den Ferienhausbesitzern unter Hinweis auf die Auslegung der EU-Vorschriften durch Dänemark der Küstenschutz verweigert, so dass in dem Küstenabschnitt keine wirkliche Sicherung der Küste erreicht werden konnte. Aber im Mai dieses Jahres änderten die Behörden ihre Meinung, obwohl diese Meinungsänderung bei weitem nicht die Einheimischen beruhigt.

„Wir sind überaus wütend, denn hier ist kein Platz für ein Zuhause. Wir freuen uns zwar, dass diese Küstenschutzarbeiten jetzt so unglaublich schnell gestartet werden sollen, aber sie können sich darauf verlassen, dass wir eine beträchtliche Entschädigung für die Enteignung fordern, und wir uns nicht so einfach damit abfinden“, sagte Jørgen Hedegaard Madsen, Immobilienmakler in Lønstrup.

Mit der Ankündigung vom Dienstag will die Regierung ein Zichen setzen, auch finanziell zur Sicherung der Küste beizutragen. Die bevorstehenden Vereinbarungen und die endgültige Kofinanzierung zusammen mit den Kommunen sollen im Herbst ausgehandelt werden.

von

Günter Schwarz – 21.08.2018