Südlich von der Kattegatinsel Anholt findet am 21. August 1976 der jyske (jütländische) Taucher Aage Jensen mit dem Spitznamen „Dykker-Aage“ das Wrack des deutschen U-Bootes U-534, das dort am 05. Mai 1945 von englischen Bombern abgesenkt wurde.

„U 534“ war ein U-Boot vom Typ IX C/40 der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges. Es wurde 1942 von der Deutschen Werft AG in Hamburg-Finkenwerder mit der Baunummer 352 gebaut. Im Laufe seiner gesamten Einsatzzeit wurde es von Kapitänleutnant Herbert Nollau kommandiert, der zuvor Wachoffizier auf U 505 gewesen war. Das Boot hatte die Feldpostnummer M 49 357.

Die Einsatzgeschichte des Bootes weist keine Versenkungen alliierter Schiffe auf. Am 27. August 1944 schoss das Boot auf seiner zweiten Kriegspatrouille ein britisches Flugzeug vom Typ Vickers Wellington ab. Zwischen dem November 1944 und dem Mai 45 lag das Boot nicht einsatzfähig in Flensburg, bevor es kurz vor dem Kriegsende nach Norwegen verlegt werden sollte.

Nach einem Zwischenstopp in København wurde das Boot am 05. Mai 1945 nahe der Kattgatinsel Anholt während einer Überwasserfahrt von zwei britischen B-24-Liberator-Bombern angegriffen. Das Boot schoss einen dieser Angreifer ab, wurde aber im zweiten Anflug des anderen Flugzeuges von einer Wasserbombe getroffen, die auf das Deck des Bootes traf, hinunterrollte und unter dem Boot explodierte.

Der 52-köpfigen Besatzung gelang es noch, das sinkende Boot vollständig zu verlassen, von denen fünf Besatzungsmitglieder durch ein Torpedorohr, während das Boot in 67 m Tiefe auf dem Grund lag, ausstiegen. Allerdings starben drei Besatzungsmitglieder im Wasser an Erschöpfung.

„U 534“, dessen Wrack kein Seekriegsgrab war, wurde am 21. August 1976 von dem dänischen Taucher Aage Jensen auf dem Grund des Kattegat liegend entdeckt und 1993 von einer dänischen Gesellschaft gehoben. Danach befand sich das Boot mehrere Jahre lang in der Sammlung des Warship Preservation Trust im englischen Birkenhead im County Merseyside am linken Ufer des River Mersey gegenüber von Liverpool auf der Halbinsel Wirral an der Irischen See im Nordwesten Englands. Das Boot wurde nicht restauriert, sondern in dem Zustand, in dem es gehoben wurde, erhalten. Nach der Schließung des Museums in Birkenhead am 05. Februar 2006 aufgrund Insolvenz war die weitere Zukunft des Bootes eine Zeit lang ungewiss.

Im Juni 2007 erwarb Merseytravel, der Träger des ÖPNV in Merseyside, das Boot, um es als Attraktion an einem Fähr-Terminal bei den Seacombe-Docks in Birkenhead auszustellen. Merseytravel erhielt die erforderliche Genehmigung hierzu im Oktober 2007. Es wurde entschieden, das Boot zur Transporterleichterung in fünf Sektionen zu zerschneiden. Am neuen Standort wurden zwei davon wieder zusammengefügt, das Boot aber in vier Teile zerteilt belassen, um Besuchern am neuen Standort den Blick in das Innere zu ermöglichen.

Seit Februar 2009 ist das nun außen renovierte „U 534“ zu besichtigen. Weiterhin sollen rund 4,5 t Memorabilia (Enigma, Uniformen, Munition, Karten), die seinerzeit bei der Bergung gefunden wurden, in einer Ausstellung neben dem Boot gezeigt werden.

Eine Besonderheit war der Fund von drei Akustiktorpedos T-11. Nur 38 Stück wurden jemals gebaut und abgesehen von diesem ist kein anderer Fund eines Torpedos dieses Typs bekannt.

von

Günter Schwarz – 21.08.2018