Louise, Herzogin zu Mecklenburg-Güstrow, auch Luise genannt, die an der Seite ihres Mannes, Kong Frederik IV., von 1699 bis 1721 Königin von Dänemark-Norwegen ist, wird am 28. August 1667 in Güstrow als Tochter des Herzog Gustav Adolf zu Mecklenburg und dessen Frau Magdalene Sibylle von Holstein-Gottorp, Tochter von Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf, geboren.

Louise wuchs an dem relativ bescheidenen Fürstenhof Mecklenburg-Güstrow auf, an dem eine starke pietistische Religiosität herrschte. Von ihren elf Geschwistern erreichten acht das Erwachsenenalter, allesamt Mädchen. Ihren späteren Ehemann, den dänischen Kronprinzen Frederik, lernte sie kennen, als dieser sich an deutschen Fürstenhöfen nach einer Gemahlin umsah.

Am 05. Dezember 1695 heiratete Louise in København Kronprinz Frederik, den späteren Kong Frederik IV., und wurde 1699 an seiner Seite Dronning (Königin) von Dänemark. Ihre prunkvoll pompöse Salbung fand 1700 in der Schlosskirche von Frederiksborg statt.

Louise litt unter dem Temperament ihres Mannes, der eine Reihe von Liebschaften hatte. Noch zu Louises Lebzeiten ging Frederik zwei Ehen zur linken Hand ein. Anders als ihre Schwiegermutter Charlotte Amalie konnte Louise sich nur schwer mit dieser Situation abfinden und empfand sie als Kränkung. Louise machte ihrem Mann Vorwürfe, was mitunter zu peinlichen Situationen am Hof führte. Vermutet wird, dass Louises tiefe Religiosität auch eine Flucht aus ihrer eher enttäuschenden Ehe darstellte. Nur Tage nach Louises Tod heiratete Frederik eine seiner beiden morganatischen Ehefrauen, seine große Liebe Anna Sophie von Reventlow, offiziell und machte sie später zur Königin.

Louise nahm am offiziellen Hofleben teil und erfüllte ihre zeremoniellen Pflichten. Ansonsten führte sie ein eher zurückgezogenes und stilles Leben. Die Beliebtheit ihres Mannes erreichte sie nicht. Im Laufe der Zeit erhielt sie in Dänemark drei Güter – Hørsholm, Rungstedgård und Ebberødgård – deren Verwaltung sie jedoch nicht selbst übernahm.

Zu ihrem Sohn Christian, dem späteren Kong Christian VI., hatte Louise ein enges und prägendes Verhältnis. Auch Christian entwickelte eine starke Religiosität und war, wie seine Mutter, eher scheu gegenüber der Öffentlichkeit.

Louise hinterließ eine umfangreiche Büchersammlung, die heute in der Königlichen Bibliothek zu København aufbewahrt wird. Die meisten der Bücher sind religiöse Schriften. Da sie ausschließlich deutsche Bücher besaß, wird vermutet, dass sie entweder kein Dänisch konnte oder die Sprache nur ungern verwendete.

Louise, Herzogin zu Mecklenburg-Güstrow verstarb am 15. März 1721 in København.

von

Günter Schwarz – 28.08.2018