(København) – Fünf Millionen Kronen (670 Tsd. Euro), die im Haushalt des kommenden Jahres für das H. C. Andersen-Erlebniszentrum vorgesehen sind, sind laut der Initiatoren des Projekts ein ordentlicher Anschub.

Als H. C. Andersen durch das Land reiste und seine Geschichten erzählte, führte ihn der Weg oft auf die Güter und in die Herrenhäuser. Und jetzt kann der weltberühmte Dichter und Autor vielleicht für immer auf einem der Landgüter verbleiben, die ihn einst so inspiriert haben.

Im Nordwesten der Insel Sjælland (Seeland) befindet sich das Gut Lerchenborg, eines der Güter, in denen H.C. Andersen gerne weilte und auch länger verweilte, weil es ihn inspirierte. Jetzt rückt der Traum, ihm dort eine Heimstatt zu bieten, näher.

Heute unterbreitet die Regierung im Folketing ihre gesamten steuerpolitischen Vorschläge für den Haushalt 2019, und daraus sickerte schon eine zusätzliche „Geldspritze“ für eine geplante Touristenattraktion auf Gut Lerchenborg bei Kalundborg durch.
Das Besucherzentrum wird etwa 200 Millionen Kronen (26,8 Mio. Euro) kosten, und obwohl es noch ein langer Weg zum Ziel der Realisierung ist, zeigt sich Susanne Weihe, Kunsthändlerin und Geschäftsführerin der Stiftung des Hans Andersen Art Centers, erfreut, dass jetzt die ersten fünf Millionen im Haushalt für das Projekt vorgeschlagen werden.

„Wir bekommen damit einen Segen, der bei der Suche nach Sponsoren und dem Wecken von Interesse an dem Projekt von großer Bedeutung sein kann, wenn wir Fonds suchen“, sagt sie. „Und viele, viele kleine Geldgeber summieren sich zu einer großen Summe“, fügt sie hinzu.

Wenn es möglich sein wird, die restlichen 195 Millionen Kronen (26,15 Mio. Euro) aufzubringen, möchte das Erlebniszentrum in zwei Jahren seine Türen öffnen. Das Ziel ist es, im ersten Jahr 100.000 Besucher zu erreichen. Und neben dänischen und deutschen Touristen zielen die Initiatoren darauf, dass auch die Chinesen, die H. C. Andersen sehr lieben, das Erlebniszentrum besuchen werden.

„Wir möchten das Wissen über ein Stück dänischer Kulturgeschichte weltweit verbreiten. Und wir erwarten viel Interesse daran auf dem chinesischen Markt. Aber auch alle anderen sind angesprochen. Das reicht von Angeboten an Schulkinder bis hin in die Kindergartenklassen“, schwärmt Susanne Weihe.

Das Erlebniszentrum wird auch eine internationale Kunst- und Kulturhistorische Ausstellung beherbergen. Unter anderem mit einer Dauerausstellung, die sinnliche Erfahrungen zwischen Kunst, Wissenschaft und Philosophie schafft.

Der Abgeordnete Jacob Jensen (Venstre / Rechtsliberale Partei) aus Tølløse begrüßt es, dass H. C. Andersen auf das Gut Lerchenborg ziehen kann. „Es kann zu einem attraktiven Ort für viele Menschen werden – sowohl vor Ort für dänische als auch für ausländische Touristen, die unseren Nationaldichter dort auf eine ganz neue Art und Weise erleben können. Es kann ein kultureller Leuchtturm für unsere ganze Region werden. H. C. Andersen ist weltberühmt und zieht viele Touristen an, die ihn sonst nicht einmal mit Kalundborg in Verbindung bringen.“

„Und obwohl fünf Millionen Kronen bei weitem nicht reichen, ist es dennoch genug, um die Pläne anzustoßen“, glaubt er, „es ist eine Anerkennung des Teams, dass es ein gut ausgearbeitetes Projekt erstellt hat, das Potenzial für unser Land hat. Es ist auch eine Möglichkeit, jene Gebiete zu unterstützen, die traditionell weiter weg von den großen Städten liegen, in denen Museen und kulturelle Initiativen häufiger zu finden sind.“

Hier lebte H. C. Andersen in Westseeland:

– H. C. Andersen verbrachte vier Jahre Schulzeit an der Slagelse Lateinschule. Hier wurde er gedemütigt und lächerlich gemacht. Dort fand er dann die Bedeutung des Wortes Folter heraus.

– Nach seinen vielen Auslandsreisen kam H. C. Andersen immer wieder nach Korsør. Dort stieg er stets im staatlichen Hotel Storebælt ab.

– In der Nähe von Skælskør liebte es H. C. Andersen, die Herrenhäuser Espe, Basnæs, Borreby und Holsteinborg zu besuchen.

– Auch auf Lerchenborg Slot und den Gütern Nørager und Selchausdal war er oft zu Gast.

Quelle: Visit Vestsjælland

von

Günter Schwarz – 30.08.2018