Der gelernte Typograf, Zeitungsherausgeber und Hofbeamter Johan Carl Ernst Berling wird am 30. August 1812 in København als Sohn des Buchdruckers Carl Christian Berling seiner Ehefrau Sophie Hedevig geb. Glassing geboren.

Berling ging nicht zur Schule, sondern wurde zu Hause unterrichtet und dann als Typograf ausgebildet. Als sein Vater, der die Zeitung „Dansk Statstidende“ veröffentlichte, 1824 starb, ging das Geschäft an die Mutter, die bald zu einem kompetenten und effektiven Co-Supervisor in seinem Sohn wurde.

Bis dato war die Druckerei der wichtigste Teil des Geschäfts, während das „Berlingske politiske og Avertissements-Tidende“ (Berlingske Political and Avertissement Journal) von 1833 eine untergeordnete Rolle spielte. Unter Berling änderte sich das allmählich. Der Erfolg der Zeitung war hauptsächlich auf Berlings Verwaltungstalent zurückzuführen. Sie erlangte eine außerordentliche Popularität und erschien ab 1844 zweimal täglich.

Nach dem Thronwechsel im Jahre 1848 kam es auch zu einem Wendepunkt in Berlings Leben, als er sich mit dem neuen König, Kong Frederik VII., anfreundete. Er hatte ihn schon kennengelernt, als dieser Ende der 1830er Jahre Fredericia noch als Kronprinz besuchte. Der König begünstigte ihnund ernannte Berling zunächst zum Privatsekretär beim König, dann zum Staatsrat für Ethik und am 31. Dezember 1848 wurde der zum Generalkassenwart ernannt.

Der Jugendfreund von Kong Frederik VII. war seit 1840 mit Louise Rasmussen liiert, einer früheren Erzieherin und Balletttänzerin. Sie ging später eine morganatische Ehe mit dem König ein und wurde zur Lehnsgräfin geadelt. Berling unterstützte seine frühere Lebensgefährtin, Louise Gräfin Danner, weiterhin, die den König im Sinne einer volkstümlichen bauernfreundlichen Politik beeinflusste. So spielte Berling am Hof eine bedeutungsvolle Rolle, galt aber bei den Höflingen wie die Gräfin als Emporkömmling.

Am 18. Oktober 1854 heiratete er die fast 13 Jahre jüngere, am 14. Februar 1825 geborene Polly Haderup, die ihn überlebte.

Im Zuge einer politischen Krise versuchten die Nationalliberalen 1859, Berling zu stürzen. Daraufhin trat er selbst am 30. Dezember 1859 von allen seinen Ämzetn bei Hofe zurück und wandte sich in der Folge energisch dem ererbten Zeitungsverlag zu, der noch heute zu den führenden Zeitungsverlagen in Dänemark zählt, wobei die bekanntesten Zeitungen des Verlages die „Berlingske Tidene“ und die Boulevardzeitung „BT“ sind.

Berling reiste viel. 1871 begab er sich nach Italien, traf in Neapel nochmals die Gräfin Danner und verstarb überraschend auf einer anschließenden Orientreise am 30. März 1871 in Ismailia in Ägypten.

von

Günter Schwarz – 30.08.2018