Die Fregatte „F352 Peder Skram“ hat am 06. September 1982 im Kattegat versehentlich eine Harpoon-Rakete (Hovsa-Rakete) abgefeuert, bei der einige Sommerhäuser zerstört werden und glücklicherweise keine Menschen ums Leben kommen.

Erbaut wurde die Fregatte „F352 Peder Skram“ in Helsingborg von der „Helsingør Skibsværft og Maskinbyggeri“ im Rahmen des dänisch-amerikanischen Kostenteilungsprogramms vom 8. Mai 1959.

Das Schiff wurde am 25. Mai 1966 in den Dienst der dänischen Marine gestellt und im Januar 1988 aufgelegt. Endgültig außer Dienst gestellt wurde das Schiff zusammen mit dem Schwesterschiff „F353 Herluf Trolle“ am 05. Juni 1990.

Die Fregatte wurde bekannt, als sie im September 1982 aus dem südlichen Teil des Kattegats versehentlich eine Harpoon-Rakete abfeuerte. Der Fall wurde als „Hovsa-Rakete“ bekannt.

Meldung über Raketen-Unfall in den TV-Avisen vom 06. September 1982 (Beitrag von Minute 01:40 bis 03:30)

Nach einem Tiefflug von etwa 34 Kilometern traf die mehr als 500 kg schwere Rakete und einer Sprengladung von mehr als 200 kg einige Bäume in einem Wohngebiet in Lumsås bei Sønderstrand in Nordvestsjælland (Nordwestseeland). Um 11:32 explodierte die Rakete in ungefähr fünf Meter Höhe an der Grenze zwischen den beiden Sommerhauswohngebieten Pilelunden 2 und dem Søndre Strandvej 3. Zuvor hatte die Rakete noch mehrere Hochspannungsleitungen zerrissen. Durch den Unfall wurden zum Glück keine Menschen verletzt, aber insgesamt vier Sommerhäuser wurden völlig zerstört, und 130 weitere Häuser wurden mehr oder weniger beschädigt.

Der Schiffskommandant Henning. G. Olsen wurde schnell als „Sündenbock“ vor ein Militärgericht gestellt, obwohl die amerikanische Marine mindestens einen ähnlichen Unfall auf einem ihrer Schiffe mit einer Rakete des gleichen Typs gehabt hatte.

Der Staat klagte gegen den Raketenhersteller McDonnell Douglas (heute Teil der Boeing-Gruppe) in St. Louis, USA. Der Fall endete dann mit einer Schlichtung, in der sich die Firma McDonnell Douglas verpflichtete, die Schäden an den zerstörten Häusern, Stromleitungen usw. zu zahlen.

Das Schiff wurde 1992 versteigert und ist anschließend in die extra gegründete Stiftung „Peder Skram“ überführt worden. Das Schiff ist jetzt als Museumsschiff konzipiert und wurde so hergerichtet, wie es vor der Auflegung („Einmottung“) 1988 aussah.

Das Museum ist während der Schulferien für Besucher geöffnet und befindet sich in der Marinestation København oder Marinestation Holmen an der Strandpromenade in Nyholm. Das ganze Jahr über gibt es auch Führungen für angemeldete Gruppen. Für Tagungen, Abendessen, Hochzeiten und andere Veranstaltungen kann die Fregatte angemietet werden.

Die Fregatte wird heute von Freiwilligen unterhalten und erhält keine öffentliche Unterstützung seitens des Staates aus Steuermitteln.

von

Günter Schwarz – 06.09.2018