Kong Frederik IX., der Vater der derzeitigen Monarchin von Dänemark, Dronning Margrethe II., weiht am 08. September 1967 den großen Fischereihafen in Hanstholm ein.

Der leine Ort Hanstholm in der dänischen Kommune Thisted in der Region Nordjylland, gelegen im Nordwesten Jyllands am Skagerrak, mit nur 2.136 Einwohnern (Stand 01. Januar 2018) hat seit dem 08. September1967 einen modernen Seehafen und den größten Fischereihafen Dänemarks, gemessen an der Menge angelandeten Speisefischs. Einige Seemeilen vor Hanstholm befindet sich das Hochseeangler-Revier „Gelbes Riff“.

Der Fährbetrieb zu den Färöern und nach Island wurde im Oktober 2010 in den weiter nördlich gelegenen Hafen von Hirtshals verlegt. Die Autofähre „Norröna“ verband bis dahin den Ort mit Tórshavn auf den Färöern und Seyðisfjörður auf Island. Bis 2008 bediente eine Katamaranfähre auch eine Verbindung zum norwegischen Kristiansand.

Eine mit dem Eisenbahngesetz vom 31. März 1917 vorgesehene Eisenbahnstrecke Bahnstrecke Nors–Hanstholm von Nors, wo Anschluss an die Bahnstrecke Thisted–Fjerritslev bestanden hätte, wurde nie gebaut.

Die Möglichkeit einer direkten Staatsbahnstrecke nach Hanstholm durch Verlängerung der Strecke von Fjerritslev unter Umgehung von Thisted wurde ebenfalls untersucht. 1920 ergaben sich bei der Errichtung des Hafens Schwierigkeiten, so dass das gesamte Projekt damals nahezu zum Erliegen kam und erst etwa 40 Jahre später wieder aufgenommen wurde.

Zur Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg vom 09. April 1940 bis zum 05. Mai 1945 wurde hier ab 1940 ein Herzstück des Atlantikwalls errichtet, von dem noch heute viele Überreste zeugen. Von der deutschen Wehrmacht bestanden Pläne, eine Schmalspurbahn von Nors nachHanstholm zu bauen, um Material zu den großen Festungs- und Bunkeranlagen der Wehrmacht in Hanstholm zu transportieren. Letztendlich wurde jedoch eine Betonstraße dafür gebaut.

Die Festungsanlage Hanstholm und deren Schwesteranlage im norwegischen Kristiansand, die Batterie „Vara“, sollten alliierten Schiffsverkehr im Skagerrak unterbinden und die Zufahrt zur Ostsee verhindern. Die deutschen Besatzer ließen in der Dünenlandschaft um Hanstholm auf 9 Quadratkilometern insgesamt 455 Bunker errichten.

Die Geschichte der deutschen Bunkeranlagen wird seit 2002 im Museumscenter Hanstholm dargestellt und aufgearbeitet. In diesem Kriegs- und Militärmuseum können heute unter anderem mehrere große Bunker mit unterirdischen Wohnquartieren, eine funktionierende Feldbahn (früherer Munitionszug) und ein modernes Dokumentationscenter besichtigt werden.

Anmerkung: In Hanstholm und Umgebung wurden 1971 Außenaufnahmen für den Film „Die Olsenbande fährt nach Jütland“ gedreht.

von

Günter Schwarz – 08.09.2018