(København) – Die dänische Polizei ist sich nicht sicher, ob nach Angaben eines Berichts noch 2.835 abgelehnte Asylsuchende, von denen sich einige noch im Land aufhalten könnten, da sie inhaftiert, nicht ausgereist oder einfach untergetaucht sind. Ein polizeiliches Dokument, das dieses detailliert beschreibt, lag „Radio24syv“ vor.

Die vermissten Personen könnten entweder in Dänemark, einem zweiten Land oder nach Hause gereist sein. „Die Nationalpolizei glaubt jedoch, dass die Mehrheit der vermissten Personen Dänemark während der vergangenen drei Jahre verlassen hat, über die sich die Unsicherheit ihres Aufenthalts ergeben hat“, sagte Helga Lund Laursen, die Leiterin des Nationalen Strafvollzugszentrums für ausländische Staatsbürger. „Eine gwisse kleine Anzahl wird, basierend auf unsere Erfahrungen, an ihrem vorherigen Unterbringungsort wieder auftauchen“, sagte Laursen.

„Die Polizei spürt auch einige von ihnen im Rahmen ihrer täglichen Patrouillenarbeit und ihrer regelmäßigen Arbeit in Zusammenarbeit mit Steuer- und Arbeitsbehörden bei Operationen gegen Sozialdumping auf“, verriet sie einer Nachrichtenagentur per E-Mail.

Die Folketingabgeordnete Trine Bramsen, eine Justiz-Sprecherin der oppositionellen Socialdemokraterne, forderte eine Antwort auf den Bericht. „Sie könnten leicht illegal in Dänemark arbeiten und den dänischen Arbeitsmarkt untergraben oder im schlimmsten Fall könnten auch „potentielle Terroristen unter ihnen sein“, sagte Bramsen gegenüber Radio24syv.

Die sozialdemokratische Abgeordnete forderte die Polizei auf, ihre Bemühungen zu verstärken, um die Personen ausfindig zu machen, und sagte, sie habe von Einwanderungsministerin Inger Støjberg um eine Erklärung der Situation gebeten.

Naser Khader, Justizsprecher der Konservativen, einer mitregierenden Partei der Koalitionsregierung, sagte, er sei von den gemeldeten Zahlen nicht betroffen. „In Dänemark ist es schwierig, ohne Papiere auskommen zu können. Ich denke also, dass nur ein kleiner Teil dieser Leute noch im Land ist“, meinte Khader. „Aber wenn jemand von den vermissten und abgelehnten Asylbewerbern weiß, dass sie Kriminelle oder Extremisten sind, dann sollte man unbedingt versuchen, sie aufzuspüren“, sagte er zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Neben den 2.835 nicht berücksichtigten abgelehnten Asylsuchenden ist auch der Verbleib von weiteren 2.729 Personen, deren Fälle noch entschieden sind, der Polizei nicht bekannt.

von

Günter Schwarz – 15.09.2018