Die jüngste Schwester der amtierenden dänischen Königin, Dronning Margrethe II., die erst 18-jährige Prinzessin Anne-Marie, heiratet am 18. September 1964 in Athen den 23-jährigen König Konstantin II. von Griechenland.

Anne-Marie Dagmar Ingrid von Dänemark, geboren am 30. August 1946 auf Schloss Amalienborg in København, von 1964 bis 1973 Königin der Hellenen, ist die Tochter von König Friedrich IX. aus dem Haus Oldenburg und Prinzessin Ingrid von Schweden. Neben der Schwester von Königin Margrethe II. von Dänemark ist sie auch Schwester von Prinzessin Benedikte zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (* 1944). Die Königin Sophia von Spanien ist die Schwägerin von Anne-Marie.

1959 traf der 19-jährige Kronprinz Konstantin zum ersten Mal die damals 13-jährige Anne-Marie, als er mit seinen Eltern København besuchte. Im Jahr 1963 verlobte sie sich offiziell mit dem Kronprinzen Konstantin. Kong Frederik IX. lehnte es ab, seiner Tochter die Zustimmung zu geben, damit sie heiraten konnte. So musste sie warten, bis sie 18 Jahre alt war, die sie am 18. September 1964 in Athen Konstantin heiraten konnte, woraufhin Anne-Marie Königin von Griechenland wurde, Ihr Eheman war am 06. März 1964 seinem Vater, König Paul I., nach dessen Tod auf den griechischen Thron gefolgt.

Nach der Eheschließung mit König Constantin konvertierte sie zum griechisch-orthodoxen Glauben und musste ihre und ihrer Nachkommenschaft Nachfolge auf den dänischen Thron abschreiben. Ihre Kinder sind jedoch Prinzen und Prinzessinnen von Dänemark, aber es ist ein Titel, den sie durch ihren Vater als Nachkommen von Christian IX. geerbt haben,
Der Mangel an Erfahrung des jungen Königspaares sollte sich bald als fatal herausstellen. Dieses umso mehr, als die griechische Monarchie seit jeher höchst instabil war und schon mehrere Könige abdanken mussten.

Schon bald geriet König Konstantin in einen ernsten Konflikt mit Ministerpräsident Georgios Papandreou. Dieser nahm mit der Entlassung Papandreous am 15. Juli 1965 an Schärfe noch zu und mündete in eine Verfassungskrise. Es kam zu häufigen Regierungswechseln und andauernden Unruhen. Dabei verfestigte sich in vielen Anhängern Papandreous die Ansicht, der König handle nicht verfassungsgemäß. Dieser weigerte sich lange, das Parlament vorzeitig aufzulösen, da er einen Wahlsieg von Papandreous Partei befürchten musste.

Kurz vor den doch noch angesetzten Wahlen putschte das Militär am 21. April 1967. Die Errichtung der griechischen Militärdiktatur („Das Regime der Obristen“) nahm Konstantin II. zunächst ohne Protest hin. Im Laufe des Jahres ließ er jedoch erkennen, dass er die Obristen nicht als seine Regierung betrachtete. Am 13. Dezember des Jahres versuchte er, mit einem dilettantisch geplanten Gegenputsch wieder an die Macht zu kommen. Nach dessen Misslingen ging er, ohne abzudanken, ins Exil, zuerst nach Rom und 1973 nach London.

von

Günter Schwarz – 18.09.2018