(Præstø) – Ein Pilz aus der dänischne Kleinstadt Præstø in der Kommune Vordingborg auf der Insel Sjælland (Seeland) zieht momentan das Interesse aus der ganzen Welt auf. Der Pilz ist völlig ungewöhnlich geformt, und er sieht aus wie ein blutiges Gehirn. Er ist groß, rötlich und scheint von Blut nur so zu triefen.

Dieser große Pilz, der an dem Stamm einer Eiche bei Præstø gewachsen ist, hat schon wegen seiner „Plüschform“ die Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt erregt. Unter anderem haben shon Zeitungen wie „British Metro“ und „The Daily“ über diesen Pilz geschrieben.

Der Pilz wurde kürzlich von Mette Knøsgaard aus Præstø entdeckt, als sie mit dem Hund spatieren ging. Sie nahm bilder von dem merkwürdig aussehenden Pilz auf teilte die Fotos sofort mit der Pilzpilzgruppe auf Facebook.

Es ist der Eichen-Leberreischling (lat. Fistulina hepatica), auch Leberpilz oder Ochsenzunge genannt, der auf alten Eichen wächst. Normalerweise ist der Pilz tatsächlich wie die Zunge einer Kuh geformt, aber auf diesem Pilz wächst der sichtbare Teil – fruchtig – und ganz und gar nicht so wie er sollte. Er ist zusammengerollt und erscheint von daher in einer Ansicht wie ein blutiges Hirn. Grundsätzlich sind junge Eichen-Leberreischlinge essbar, ältere Exemplare werden allerdings zäh und holzig.


Der Eichen-Leberreischling hat sich aus unbekannten Gründen falsch ausgebildet.

„Ich muss das sagen. Es sieht bizarr aus!“ sagt Pilzexperte Christian Lange, der im Naturhistorischen Museum arbeitet. Er erzählt, dass die blutähnliche Feuchtigkeit auf dem Pilz bedeutet, dass er wächst und übrigens gut ist. Aber selbst der Duft ist verändert.


Der Pilz ähnelt mit seiner lockigen Erscheinung einem menschlichen Gehirn.

„Man muss raten, was hier passiert ist. Vielleicht wird der Pilz von einem anderen Pilz befallen, der ihn krank gemacht hat – oder vielleicht wurde er Körperim Wachstum schon früh geschädigt, so dass seine Entwicklung und damit auch das Wachstum beeinflusst wurde. Es ist schwer zu sagen“, erklärt er.

Christian Lange kennt viele verschiedene Pilze, die Pilze im Wachstum angreifen. Eine ganze Gruppe geht direkt unter dem Namen „Huckepack“-Gehirn, weil sie die Pilze dazu bringen, sich zu rollen, so dass sie wie Gehirne aussehen. Einen solchen massiven Angriff auf einen Kugelpilz hat er jedoch noch nie gesehen. „Der Eichen-Leberreischling ist ziemlich verbreitet in Gegenden, in denen alte Eichenbestände vorkommen. Auf Sjælland mit den vielen alten Herrenhäusern und Parks sind sie ein ziemlich alltäglicher Anblick“, sagt er. „Der Pilz kann gegessen werden, aber es ist nicht bekannt, dass er ein besonders leckeres Aroma hat“. Erwähnt er noch


Wenn es nach dem Plan geht, bildet der Eichen-Leberreischling eine rötliche Färbung aus und nimmt die Form einer Ochsenzunge an.

Obwohl auch einige Pilze in diesem Jahr wegen der Trockenheit eine schwere Zeit hatten, haben wir im Allgemeinen jetzt ein gutes Pilzjahr. „“Wir sind sehr begeistert von Pilzen, und wir waren sehr aufgeregt, wie es sein würde. Aber es sieht gut aus. Besonders die Röhrlinge sprießen wie wild aus dem Boden. Die meisten Pilzarten hier können gegessen werden, aber wir haben auch schon Fälle gehabt, in denen jemand Teufelsohrhüte gegessen hat – und das ist keine lustige Erfahrung für diejenigen“, sagt der Pilzexperte.

Er stellt fest, dass die giftigen Fliegenpilze auch überall im Wald zu sehen sind und unter anderem an einigen Stellen grüne Fliegenpilze wachsen.


Die Finderin des Pilzes, Mette Knøsgaard, zögerte nicht, den Pilz mit einem Gehirntumor zu vergleichen – wenn man ihn ansieht, macht es Sinn.
von

Günter Schwarz – 22.09.2018