(Helgoland / Berlin) – Eigentlich sind ihre Routen überschaubar: Die Börteboote bringen traditionell seit ca. 200 Jahren die Tagesgäste von den Fahrgastschiffen nach Helgoland. Doch die jetzige Tour war deutlich länger: Insgesamt zehn Börteboote starteten Richtung Berlin gestartet.

Die Boote sind neben der Langen Anna das Wahrzeichen der Insel. Und wenn es nach den Helgoländern, Helgolands Vize-Bürgermeister Peter Meinhardt (SPD) und Tourismusdirektor Lars Johannson geht, dann soll diese einzigartige Tradition in die Liste der immateriellen Kulturgüter der UNESCO aufgenommen werden. Die spektakuläre Tour in die Bundeshauptstadt zum Tag der Deutschen Einheit soll bei diesem Vorhaben helfen.

Im vergangenen Jahr war schon einmal eine Delegation im Börteboot nach Kiel mit einem klaren Auftrag gefgahren. Sie übergab dem damaligen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) den Antrag zur Aufnahme der Börteboote in die Liste der immateriellen Kulturgüter der UNESCO persönlich. Und da in Kürze die Kultusministerkonferenz über die möglichen Kandidaten auf Bundesebene entscheidet, ging es jetzt in Richtung Berlin.

Doch der Weg war lang. Täglich legte die Crew ca. 100 Kilometer auf dem Weg von der Nordsee bis zur Spree zurück. Mit dabei waren auch Helgolands Vize-Bürgermeister Peter Meinhardt (SPD) und Tourismusdirektor Lars Johannson, um für das Vorhaben der Helgoländer zu werben.

Von den mehr als 20 Booten sind inzwischen nur noch elf im Einsatz. Obwohl nie etwas passiert sei, gab es zuletzt schwere Sicherheitsbedenken, so Johannson. Außerdem wird auch diskutiert, ob die Boote noch zeitgemäß seien.

Die neueren Schiffe und Katamarane legen auf Helgoland direkt am Hafen an, und sie brauchen die Börteboote nicht mehr zum ein- und ausbooten. Die Börteschiffer kontern und argumentieren: „Es gibt nach wie vor Anfragen an die Börte – gerade jetzt erst wieder von den Postschiffen der Hurtigruten-Linie in Norwegen.“

So ging es erst über die Nordsee, dann weiter die Elbe hinauf und auf dem Elbeseitenkanal über Uelzen, Wolfsburg und Magdeburg Richtung Berlin. Am heutigen 3. Oktober war es dann so weit, die ganze Flotte von zehn Börtebooten erreichte Berlin-Mitte. Dort machten die Boote auf der Spree vor den Augen staunendder Berliner vor dem Kanzleramt fest.

Alle Anträge für die Aufnahme zum Kulturerbe liegen in Berlin schon vor, die Aktion diene lediglich der Aufmerksamkeit, so Projektinitiator Holger Büning. „Es ist die einzig maritime Tradition, die wir an der Küste haben. Seit 200 Jahren bringen wir die Touristen auf die Insel“, so Büning. Um in die Zukunft blicken zu können, müsse man auch die bewährte Vergangenheit bewahren, so der Initiator.

Am heutigen Tag der Deutschen Einheit fuhr die Delegation im Konvoi um das Regierungsviertel. Anschließend begeben sich die zehn Boote wieder auf die Heimreise. Am 09. oder 10. Oktober wollen sie wieder in Helgoland festmachen.

von

Günter Schwarz – 03.10.2018

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Günter Schwarz – 03.10.2018