(Trustrup) – Benjamin Camillo, der in Trustrup auf der Halbinsel Djursland im Osten Jyllands (Jütlands) lebt, entdeckte ein seltenes Phänomen, als ein Flugzeug am Himmel entlangzog.

Ein Flugzeug hat gestern auf dem Überflug von Djursland ein sehr ungewöhnliches Wolkenbild am Himmel hinterlassen. Es sieht fast aus wie ein normaler Kondensstreifen, verziert mit einer Reihe von Rauchringen. Der Anblick veranlasste Benjamin Camillo, seine Kamera zu packen, um das Phänomen zu dokumentieren, bevor sich die Wolken wieder auflösten.

„Ich habe viele Flugzeuge mit Kondensstreifen fotografiert, aber das habe ich noch nie gesehen“, sagte er. Als Vogelfotograf fotografiert er oft Vögel vom Flugzeug aus, manchmal aber fliegt er zum Üben auch selbst. Er ist es daher gewohnt, den Himmel zu beobachten, aber es begeisterte ihn garadezu, als er diesen besondere Jetstreifen sah. „Ich fand es toll. Das sieht man sicherlich nicht jeden Tag“, sagte er.


Es sieht fast so aus, als hätte das Flugzeug eine Reihe von Rauchringen „gepafft“.
Der Fotograf erzählte, dass es ein normales Passagierflugzeug bei normalem ruhigem Wetter war. Deshalb fragt er sich, wieso das Flugzeug einen solchen Kondensstreifen bebildet hat, wie er zu sehen ist. Diese Frage kann der Meteorologe Sebastian Pelt beantworten, denn er hat eine Erklärung dafür. „Das ist eine sogenannte ,Krähen-Instabilität'“, erklärt der Meteorologe.

Die symmetrischen Markierungen sind auf Verwirbelungen an den Flügelenden des Flugzeugs zurückzuführen, die unter besonderen Bedingungen sichtbar werden können, wenn sie mit dem Kondensstreifen hinter dem Flugzeug in Kontakt kommen. „Man sieht es nicht oft, aber dieses Phänomen wurde bereits in den 1970er Jahren beschrieben“, schließt Sebastian Pelt.

Kondensstreifen bilden sich im Gefolge von Flugzeugen durch Wasserdampf und sonstige Abgase sowie durch den hinter dem Fludzeug entstehenden Unterdruck. Sie sind insbesondere typisch und dauerhaft bei Flughöhen oberhalb von etwa 8 km, wenn wasserdampf- und rußhaltige Triebwerksabgase auf relativ kalte Luft treffen. Die „Krähen-Instabilität“ wird zumeist hinter großen Flugzeugen wie z. B. bei einer Boeing 747 beobachtet.

von

Günter Schwarz – 03.11.2018