Der am 17. Oktober 1882 in Aarhus geborene Schauspieler, Autor und Filmzensor Olaf Holger Axel Fønss verstirbt am 03. November 1949 in Dänemarks Hauptstadt København.

Olaf Fønss war ein dänischer Stummfilmschauspieler, der neben in seiner Heimat Dänemark auch in Deutschland zu den größten Stars der Stummfilmzeit zählte. Er war der Sohn des Schuldirektors und Organisten Vilhelm Lars Clemens Fønss und der Ehefrau Henriette Volffine Mathea Fønss, geb. Zimmermann.

Olaf Fønss kam 1899 nach København und hatte dort 1903 sein Theaterdebüt am Dagmarteatret.Nach einigen Jahren im Dagmarteatret ging er kurz darauf in das Casino Theater nach Aarhus und von dort ins Betty Nansen Theater. Als Theaterschauspieler hat er jedoch nie richtig Erfolg gehabt.

1912 beendete er seine Theaterlaufbahn und ging zum Film. Bis 1915 war er bei der Filmgesellschaft Nordisk und trat in wichtigen dänischen Produktionen auf, so in der Gerhart-Hauptmann-Verfilmung „Atlantis“ (1913, August Blom) und dem frühen Antikriegsfilm „Ned med vaabnene“ (Die Waffen nieder!, 1914, Holger-Madsen).

Fønss ging während des Ersten Weltkrieges 1916 nach Berlin, wo er von Otto Rippert mit der Hauptrolle in dessen Serial „Homunculus“ besetzt wurde. Im folgenden Jahr drehte er wieder in Dänemark und realisierte 1919 „Samvittighedskvaler/Moderen“ (Seelenqualen), ein Ein-Personen-Film ohne Zwischentitel. Unter Friedrich Wilhelm Murnau übernahm Fønss die Hauptrolle in „Der Gang in die Nacht“ (1920). Er spielte bis zum Ende seiner Schauspielerkarriere in Deutschland, bekam seine letzte Hauptrolle jedoch bereits 1921 in Joe Mays „Das indische Grabmal“.

Nach seiner Karriere beim Film spielte Olaf-Fønss wieder mit mäßigem Erfolg beim Theater. Seinen letzten Auftritt am Theater hatte Fønss 1932 im Folketeatret in København.

Auswahl einiger Olaf-Fønss-Filme:

1913: Atlantis
1914: Die Waffen nieder! (Ned Med Vaabnene)
1916: Das jüngste Gericht (Verdens undergang)
1916: Homunculus (sechs Teile)
1918: Der Tag der Vergeltung (Dommens dag)
1921: Der Gang in die Nacht
1921: Das indische Grabmal
1923: Der unbekannte Morgen
1926: Die Waise von Lowood
1929: Ich lebe für Dich
1929: Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter

In den frühen 1930er Jahren engagierte er sich mit zwei Filmen für die dänischen Sozialdemokraten. Von 1933 bis 1947 war er Vorsitzender des dänischen Schauspielerverbandes und fungierte als Filmzensor. Er schrieb sieben Bücher über seine Erfahrungen beim Film.

von

Günter Schwarz – 03.11.2018