(København) – Danmarks Radio steht vunter Sparzwang, was nicht nur 375 bis 400 Arbeitsplätze kosten wird, denn auch die Radiohörer und Fernsehzuschauer müssen sich umstellen und zukünftig auf zahlreiche Hör- und Sehgewohnheiten verzichten.

Die dänische Minderheitsregierung hat auf Druck der Rechtsüpupulisten, der Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) den Beschluss gefasst, dass der öffentlich-rechtliche Sender Danmarks Radio spart und hat ihm 20 Prozent der Mittel gestrichen. Neben einer Reduktion des TV-Angebots wird es auch Veränderungen bei den Radionachrichten geben. Dem „Kristeligt Dagblad“ zufolge werden diese in Zukunft nicht mehr für die verschiedenen Sender individuell produziert.

Der DR-Vertrauensmann Michael Olesen befürchtet eine Unzufriedenheit bei den Hörern, die ihren gewohnten Nachrichtenstil nicht mehr hören werden.

Die Mittagsnachrichten bleiben 15 Minuten lang; insbesondere auf P1 wird die Länge der Nachrichten zu anderen Zeiten aber verkürzt. Die Redaktion, die die Nachrichten produziert, schrumpft von 20 auf 15 Personen.

Das wird Auswirkungen auf eine Reihe von Programme und Kanäle haben. Diese Radio- und Fernsehkanäle und Programme schließt Danmarks Radio

Programme, die laut DR wegfallen:

– Die Kurzausgaben der dänischen Tagesschau, TV-Avisen, auf DR1 um 17:50 und 19:55 werden gestrichen.
– Das Fernseh-Gesundheitsmagazin „Sundhedsmagasinet“ und das Kulturmagazin „Gejst“ werden 2019 eingestellt.
– Die DR1-Sendung „Langt fra Borgen“, die dänische Politik aus der Perspektive der „Provinz“ betrachtet, entfällt 2019.
– Eine Reihe von Lifestyle-TV-Programmen werden eingestellt. Darunter „Antikduellen“ und „Guld i købstæderne“, die nach 2018 nicht
   weiter produziert werden.
– Die TV-Nachrichtensendung „DR2 Dagen“ wird bereits 2018 eingestellt.
– Die tägliche Sportberichterstattung im Fernsehen wird eingestellt und künftig nur noch online zu sehen sein.
– Die Tour de France und die Handball Champions League werden nicht mehr übertragen.
– Die Hörspielproduktion („Radiodrama“) wird eingestellt.
– Ab 2019 wird weniger Freitagsunterhaltung produziert.

Sender, die laut DR wegfallen:

– DR Ultra und DR 3 werden ab 2020 nur noch online zu sehen sein.
– Die Fernsehsender DR K und DR2 werden als DR2 zusammengelegt.
– Die drei Radiosender P6 Beat, P7 Mix und P8 Jazz werden 2020 eingestellt. Teile der Musik und Vermittlung werden auf andere
   Radiosender verteilt, andere Inhalte sollen als Podcasts angeboten werden.

von

Günter Schwarz – 05.11.2018