(Aabenraa) – Am Samstag des 17. Novembers wurde der 100. Jahrestag der „Aabenraa-Resolution“ gefeiert. „Es ist wichtig, die Geschichte am Leben zu erhalten und zu erzählen“, sagte sowohl Vorsitzende des Sprachverbandes, wobei ihm die Gäste der Feier beipflichteten.

Rund 400 Menschen waren am Samstagnachmittag ins Folkehjem (Bürgerhaus) in Aabenraa gekommen. Hier wurde gefeiert, dass vor 100 Jahren nicht zuletzt durch die „Aabenraa-Resolution“ das Dilemma der Grenzziehung von 1864 zwischen Dänemark und Deutschland durch das Referendum einer Volksabstimmung gelöst werden sollte, das dann in der sogenannten Zone 1 (Sønderjylland) am 10. Februar 1920 stattfand und zur Wiedervereinigung Dänemarks führte.

An der Feier nahmen der Vorsitzende des Sprachenverbands Frode Sørensen und der in Sønderborg aufgewachsene Viggo Paulsen teil. Beide sind davon überzeugt, dass die Geschichte der Grenzlösung wichtig ist – auch für die, die sich heute noch zur jüngeren Generation zählen.

„Die Geschichte von Sønderjylland ist so aufregend und so ausgefallen, dass ich denke, dass unsere Kinder und Enkelkinder gern mehr die Geschichte Sønderjyllands erfahren sollten“, sagte Viggo Paulsen.

„Auch wenn die jungen Leute dieses nicht selbst erlebt haben, müssen sie sich dennoch ein Verständnis für diesen Teil der Geschichte erhalten“, sagte der Vorsitzende des Sprachenverbandes, Frode Sørensen. „Ihre Ahnen wie Urgroßeltern, Großeltern und vielleicht Eltern haben 1920 so entschieden, wie es sein sollte. Und das ist ziemlich einzigartig“, fügte er anbei.


Sowohl Viggo Paulsen als auch Frode Sørensen halten es für wichtig, die Geschichten aus Sønderjylland am Leben zu erhalten.
Die dänisch-deutsche Grenze wurde somit entsprechend dem Ergebnis der Volksabstimmung festgelegt, und die Grenzziehung erfolgte danach, zu welchem Land die meisten Bürger in einem Abstimmungsgebiet gehören wollten.

Frode Sørensen denkt, dass dieses der richtige Weg ist – auch wenn man sich die Welt heute ansieht. „Heute gibt es weltweit viele Unruhen, in denen Minderheiten auf verschiedenen Seiten der Grenze einen völlig anderen Weg einschlugen, als wir ihn hier bei uns gesehen haben. (…) Wir haben gezeigt, dass es so geht“, sagte er. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auch die jüngeren Generationen die Geschichte kennen, um aus ihr lernen zu können.

Frode Sørensen macht sich jedoch keine Sorgen darüber, dass die Geschichte über die „Aabenraa-Resolution“ nicht erzählt wird: „Ich glaube wirklich, dass das Interesse an der Geschichte groß ist und steigt. Und es wird noch weiter steigen“, meinte er. Auch Viggo Paulsen schloss sich dieser Meinung an, obwohl er jetzt in Gedved in der Kommune Horsens lebt, die nicht zur Region des einstigen Abstimmungsgebiets Sønderjylland gehört. Er ist immer noch stolz auf seine sønderjyske Herkunft und erzählt gerne von seiner Heimatstadt Sønderborg. „Es ist sehr wichtig, dass wir hier unsere Nationalität behalten“, glaubt er.

„Aabenraa-Resolution“

– Der 16. und 17. November 1918 sind wichtige Tage in der sønderjyske (südjütländischen) Geschichte. Der Vorstand und Aufsichtsrat der Wählervereinigung trafen sich sich seinerzeit im Folkehjem in Aabenraa und verabschiedeten die „Aabenraa-Resolution“, durch das ein Referendum gefordert wurde, um endgültig über die dänisch-deutsche Grenzfrage zu beschließen.

– Im heutigen Gebiet von Sønderjylland (Südjütland) sollte es eine einzige gesamte Abstimmung geben. In angrenzenden Bezirken im Süden sollten in den Gemeinden, in denen der Wunsch einer Volksabstimmung bestand, darüber abgestimmt werden.

– Die „Aabenraa-Resolution“ war nicht nur für den dänischen König, Kong Christian X., sondern auch für die dänische Regierung und die Teilnehmerstaaten der Friedenskonferenz in Versailles bestimmt.

– Somit wurde die Resolution zur Grundlage für die Ausarbeitung der Volksabstimmungen vom 10. Februar 1920 in der nördlichen Zone 1, dem heutigen zu Dänemark gehörenden Sønderjylland, und vom 14. März 1920 in der südlichen Zone 2, dem heute zu Deutschland gehörenden Landesteil Schleswig,

– Die Abtretung Nordschleswigs durch das Deutsche Reich an Dänemark und damit die Genforening (Wiedervereiningung) als Sønderjylland mit dem Königreich erfolgte dann am 15. Juni 1920. Dieser Tag wird in Dänemark als Genforeningsdag (Wiedervereinigungstag) bezeichnet, und es werden am 15. Juni noch heute in Sønderjylland alljährlich Feiern über die Wiedervereinigung abgehalten.

von

Günter Schwarz – 18.11.2018