Der dänischew Eisenbahnarchitekt Niels Peder Christian Holsøe wird am 27. November 1826 in Øster Egesborg im Süden der Insel Sjælland geboren. Er war der Vater der Maler Carl und Niels Holsøe und der Vater des Architekten Poul Holsøe.

Niels Peder Christian Holsøe war der Sohn des Pfarrers Lauritz Christian Holsøe (1789–1862) und Vilhelmine Euphrosyne Margrethe, geborene Feddersen (1797–1871).

Holsøe erlernte den Beruf des Maurers und arbeitete nach seiner Lehre noch wenige Jahre in dem Beruf. Privat beschäftigte er sich neben seinem Beruf mit dem Erstellen von Bauzeichnungen, die er 1846 an die Kunstakademie in København ging. Dort lernte er bei G.F. Hetsch, der dort 1842-49 – unterbrochen durch seine Teilnahme am Dreijährigen Krieg 1849-50 – und 1851-52 lehrte.

Holsøe gewann 1847 die kleine Silbermedaille und schloss sein Studium 1853 mit der großen Silbermedaille ab. Danach arbeitete er mit Bernhard Seidelin zusammen, für den er als Bauamtsleiter im Rathaus von Helsingør (1853-55) arbeitete. Er nahm an zahlreichen Ausschreibungen teil, und dennoch wetteiferte Holsøe vergeblich um die Goldmedaille.

Erst sein Treffen mit Johan Daniel Herholdt und dessen Praktiken in der Architektur, die von der italienischen Renaissance inspiriert war, hinterließ bleibende Spuren in seiner Arbeit. 1848 und 1853 besuchte er die Frühjahrsausstellung in Charlottenborg, und 1859 machte er eine Auslandsreise, um sich weitere Anregungen zu holen.

Von 1855 betrieb sein eigenes Architekturbüro und errichtete 1860-61 das Marienlyst Badehotel, 1875-76 die Ugerløse Kirke, und im Laufe der Jahre mehrere Villen und Privathäuser in und an verschiedenen Provinzstädten sowie die Postämter in Årup, Odense, Fåborg, Assens, Thisted, Skælskør und Helsingør.

Sein Hauptgeschäft war jedoch das als Eisenbahnarchitekt. Von 1861 bis 1892 war er bei der Kontrolle der Staatsbahnen des Innenministeriums angestellt und hat sämtliche Bahnhofsgebäude der Eisenbahn Jylland-Fyns mit Ausnahme der Linie Aarhus-Randers und einer Reihe von von Thomas Arboe entworfenen Bahnhöfen und später der Portale an der Masnedsund-Brücke sowie der neuen Bahnhofsgebäude Lyngby und Helsingør, die er beide zusammen mit Heinrich Wenck plante, und die Gebäude am Slagelse-Næstved und Dalmose-Skælskør entworfen. Bei den meisten dieser Gebäude diente Holsøe mit dem Herholdt-Bahnhof København, dem 1863-64 errichteten zweiten Bahnhof von København, der mit Ziegelsteinen als Hauptbaustoff gebaut wurde, als Archtekt.

1869 wurde er wegen seiner Verdienste zum Ritter von Dannebrog und 1892 zum Dannebrogsmand ernannt. Eine Augenkrankheit zwang ihn 1892, sein Geschäft aufzugeben.

Holsøe heiratete am 15. Mai 1862 in Frederiksberg Emilie Charlotte Klentz (3. August 1833 in København – 1. November 1905 in Lyngby), Tochter von Pastor Gotfred Christian Vilhelm Klentz und Ane Cathrine Drastrup.

Holsøe verstarb am 01. Januar 1895 in København und wurde auf dem Frederiksberg Ældre Kirkegård begeisetzt.

von

Günter Schwarz – 27.11.2018