Der dänische Pädagoge und Historiker Vilhelm la Cour erblickt als Vilhelm Birkedal Barfod Dornonville de la Cour am 23. Dezember 1883 in der Kleinstadt Kongens Lyngby nördlich von København das Licht der Welt.

Bis 1902 war Vilhelm la Cour Schüler an der staatlichen Schule von Birkerød und studierte nach der Schule auf das Lehramt. Mit seinem erworbenen Magister wurde er Lehrer und lehrte ab 1909 an der Schule in Lyngby. In dieser Zeit engagierte der nationalkonservative la Cour sich sehr für die sønderjysk (südjütische) Sache.

Zu Zeiten der Volksabstimmung im Februar und März 1920 über den Grenzverlauf zum Deutschen Reich forderte er, womit er sich mit den sogenannten „Eiderdänen“ im Einklang befand, dass die dänisch-deutsche Grenze südlich von Flensburg entlang der Eider verlaufen sollte. Er galt als treibende Kraft hinter der sogenannten Flensburg-Bewegung. Diese wollte aus taktischen Gründen, dass Flensburg zusammen mit der Nordschleswigschen Zone abstimmen solle, damit es zu einer dänischen Mehrheit im Raum Flensburg käme.

1928 ging er an der Universität von København, wo er an seiner Dissertation von 1927 arbeitete, die sich mit den ältesten Gebäuden Sjællands (Seelands) befasste. Durch seine erfolgreiche Doktorarbeit erlangte er den akademischen Grad des Dr. phil. Ende der 1930er Jahre gab er den Doppelband „Dänemarks Geschichte 1-2“ (1937–1940) heraus, in dem er sich auch der neueren dänischen Geschichte widmete.

Bis 1940 war la Cour Mitglied der Det Konservative Folkeparti. Da er dagegen war, dass sich seine Partei an der neuen Koalitionsregierung beteiligte, trat er aus der Partei aus. Danach sympartisierte er mit der nationalistischen Dansk Samling.

Während des Zweiten Weltkrieges sprach sich la Cour als dänischnationaler Historiker gegen das nationalsozialistische Regime aus, und er ermunterte die Menschen, Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht zu leisten. Daher verlor er im Jahr 1942 seine Anstellung an der Staatsschule Birkerød. Zudem wurde er zu 80 Tage Haft verurteilt und inhaftiert.

Im folgenden Jahr ging er in den Untergrund und flüchtete 1944 nach Schweden, wo er sich der dänischen Brigade anschloss. Nach dem Krieg erhielt er seinen Lehrauftrag in Birkerød zurück und behielt ihn, bis er 1949 mit 66 Jahren in den Ruhestand ging.

Er veröffentlichte des Weiteren das dreibändige Werk „Dänemark während der Besatzung“.

Vilhelm la Cour verstarb am 22. Juni 1974 in Birkerød auf halber Strecke zwischen København und Helsingør.

In Flensburg Weiche ist eine Straße nach dem dänischen Historiker Vilhelm la Cour benannt.

von

Günter Schwarz – 23.12.2018