(København) – Ein junger Reisender mit einem großen Rucksack in einem Koffer und Unordnung in seinen Reisepapieren hätte bei einem geplanten Terroranschlag in København helfen sollen, glaubt die Staatsanwaltschaft.

Ein junger Mann mit Sympathie für den Islamischen Staat sitzt seit Dienstag in einem großen Fall auf der Anklagebank in København, nachdem eine Kontrolle an der Grenze in Rødbyhavn durch die Zurückweisung des Komplizen des Angeklagten offenbar einen Terroranschlag im Jahr 2016 verhindert hat.

Vor den Byrettet (Stadtgericht) København geht um den sogenannten „Streichholzfall“, bei dem ein junger Mann im Koffer einen Rucksack mit den Köpfen von 17.460 Streichhölzern sowie Feuerwerkskörper, Batterien und zwei Küchenmesser gepackt hatte.

Der junge Mann wurde im November 2016 an der Grenze gestoppt und mit der Fähre nach Deutschland zurückgeschickt, wo sein Gepäck von der deutschen Polizei durchsucht wurde. Anschließend wurde er wegen der geplanten Herstellung einer oder mehrerer Bomben angeklaglt und zu 6,5 Jahre Gefängnis verurteilt.

Nun ist ein 31-jähriger Schwede vor dem Byrettet København angeklagt, weil er den Terroranschlag damals geplant haben soll. Er bestreitet jedoch jegliche Beteiligung an einem geplanten Terroranschlag. Die Polizei geht dahingegen davon aus, dass er es war, dem der junge Mann aus Deutschland seine Tasche übergeben sollte. Es wird weiter angenommen, dass noch eine dritte Person an der Planung beteiligt war.

Das Byrettet København muss nun entscheiden, ob der Syrer aus Malmö Kontakt zu dem jungen Mann hatte und ob es wirklich beabsichtigt war, mit Bomben und Messern Menschen zu töten.

„Die Absicht, eine blutige Handlung auszuführen und ein willkürliches Töten auf der Straße in København zu begehen, war, grundlegende soziale Strukturen in Dänemark zu destabilisieren oder zu zerstören“, so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Zur Urteilsfindung müssen sowohl die verurteilte Person iaus Deutschland als auch mehrere Personen aus Schweden befragt werden. Die Verkündung des Urteils wird bis März erwartet.

von

Günter Schwarz 22.01.2019