Die Angst davor, dass der Wolf die dänische Natur durcheinander bringt, ist übertrieben. Das sagt der Wolfswissenschaftler Peter Sunde.

Die Debatte um Dänemark als Lebensraum für den Wolf dauert an, seit der erste Wolf im Land gesichtet wurde. Trotz der geringen Population hat die Präsenz des Tieres in der dänischen Natur zu einer gewissen Debatte geführt und die Bevölkerung gespalten. Die Angst davor, das er Menschen angreifen und die Macht in der Natur übernehmen könnte, wird häufig von den Wolfsgegnern angeführt.

Nach Ansicht des Wölfeforschers an der Biowissenschaftlichen Fakultät der Universität Aarhus, Peter Sunde, steht die heftige Debatte nicht im Kontex mit den Möglichkeiten, die der Wolf zum Überleben in Dänemark tatsächlich hat.

„Er kann in Dänemark leben, aber es liegt weitgehend an der Gesellschaft, dem Wolf Lebensraum einzuräumen, da der Mensch entscheidet, ob er in Dänemark überlebt“, erklärt Peter Sunde.

Er glaubt auch, dass die Vergleiche, die der Wolf auf Nationalparks in den USA hat, falsch sind. Hier leben sie in einer geschlossenen natürlichen Umgebung ohne menschlichen Einfluss. Diese Wölfe werden niemals nach Dänemark kommen, und von daher kann der Einfluss des Wolfes in Dänemark niemals derselbe sein wie in den Vereinigten Staaten.

Dass der Wolf wieder Teil der dänischen Natur ist, gibt bei einigen Anlass zur Sorge. Das ist eine Sorge, das angesichts der Einschätzung von Peter Sundes stark übertrieben wird. Er versteht jedoch einzelne Elemente, bei denen es nicht nur um die Auswirkung des Wolfes im Zusammenleben mit den anderen Tieren in der Natur geht.

„Der Wolf wird natürlich von Haus- und Nutztieren gestört. Auch haben Menschen Angst vor ihm und es gibt potenzielle Risiken, wenn sie ihre Vorsichtsmaßnahmen nicht einhalten.

Peter Sunde schätzt, dass in seinem jüngsten Statusbericht über den Wolfsbestand zwischen 2012 und 2017 acht verschiedene Wölfe in Dänemark beobachtet wurden. Er glaubt abher, dass die heutige Wolfspopulation größer ist.

von

Günter Schwarz – 24.01.2019