(Kiel) – Der Versuch mit der Freigabe von Cannabis ist Teil der Regierungsvereinbarung in Schleswig-Holstein. Frei zu erwerbendes Hasch – die dänische Minderheitspartei SSW möchte es als Versuch in Schleswig-Holstein eingeführt haben.

Die dänische Minderheitspartei im schleswig-holsteinischen Landtag schlug gestern am Freitag vor, den Haschkonsum versuchsweise freizugeben, da der Staat ohnehin schon Versuche unternommen habe, Cannabis zu entkriminalisieren, schreibt die Flensborg Avis.

„Unserer Meinung nach muss die Regierung den Anfang sehen, sagt Flemming Meyer, der Mitglied der Partei der dänischen Minderheit (SSW) im Landtag in Kiel ist. Bei der Regierungsbildung 2017 wurden Versuche zur Entkriminalisierung von Cannabis in Schleswig-Holstein vereinbart. Die Regierungskoalition besteht aus der konservativen CDU, der liberalen FDP und den Grünen und wird wegen der schwarzen, gelben und grünen Parteifarben auch Jamaika-Koalition genannt.

Aber momentan gibt es nicht viel Jamaika in die Regierung, schreibt Flensburg Avis am Samstag in seinem Leitartikel und bezeichnet sie als doppelmoralisch, da sie ja auch freien Zugang zu süchtig machendem, ungesundem Alkohol gibt, während die Polizei „kleine Fische jagt und das Großhandelsgeschäft in die Hände von Banden liegt, für deren Verfolgung die Justiz teilweise überflüssig große Ressourcen einsetzen muss“.

Freies Hasch sind Teil der Regierungsvereinbarung.

Die Zeitung fügt jedoch hinzu, dass freies Cannabis keinen freien Umgang mit der Substanz umsetzt, sondern es soll ein Versuch in Schleswig-Holstein sein, darüber Erfahrungen zu sammeln, wie sich der Konsum von Cannabis auf den freien Markt auswirkt.

„Wir wollen die Menschen nicht dazu bringen, Drogen zu nehmen, sondern diejenigen, die Cannabis ohnehin konsumieren, schützen und wirksame Prävention und Informationen über Risiken bereitstellen“, sagte Flemming Meyer während der Freitagsdebatte im Landtag.

Die größte Regierungspartei, die CDU, steht dem Vorschlag sehr skeptisch gegenüber, und der Vorstand des Missbrauchsrat von Schleswig-Holstein, Kai Sachs, ist direkt dagegen. „Wir raten grundsätzlich davon ab, Drogen zu nehmen, und Cannabis ist so eine Substanz“, sagte er zu Flensborg Avis. Er fügte dann noch hinzu, dass die Entkriminalisierung gut sei und in Schleswig-Holstein tatsächlich bereits bestehe, da die Staatsanwaltschaft keinen Finger gegen Personen rühre, die weniger als sechs Gramm Cannabis haben.

von

Günter Schwarz – 16.02.2019