(Ringkøbing-Skjern / Herning) – Die Vorgaben für den sechsten Nationalpark Dänemarks sind jetzt festgelegt, und der Nationalpark Skjern Å, dem wasserreichsten Fließgewässersystem Dänemarks, nähert sich der Realisierung. Ringkøbing-Skjern und Herning Kommune sind sich jetzt einig darüber, wie ein Nationalpark in Skjern Å aussehen kann.

Sie entspringt 12 km westlich von Horsens im Naturschutzgebiet Tinnet Krat und durchfließt beim Nedergård Skov (Wald) zwei kleine Seen. Nach etwa 94 Kilometern in ziemlich genau westlicher Richtung mündet der Fluss bei Skjern in den Ringkøping Fjord. Durch ein Seegatt bei Hvide Sande ist der Ringkøbing Fjord mit der offenen Nordsee verbunden.

Die Arbeitsgruppe, welche die beiden Kommunen eingerichtet haben, hat sich auf einen Vorschlag geeinigt, das Projekt in der nächste Woche auf einem Bürgertreffen in Skjern vorzustellen. Am Dienstag wurde die Projektplanung für den Nationalpark Skjern Å auf der Karte eingezeichnet, schreibt die Kommune Ringkøbing-Skjern in einer Pressemitteilung.

„Es wird plötzlich sehr greifbar und klar, worüber wir uns alle gehalten haben, sagte Kristian Andersen, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Kommune Ringkøbing-Skjern und Mitglied des Komitees Nationalpark Skjern Å.

Die Arbeit eines dreiviertel Jahres hat Früchte getragen, und am Montag werden die Pläne für Dänemarks sechsten Nationalpark noch einen Schritt weitergeführt, wenn Umwelt- und Ernährungsminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre / Rechtsliberale Partei) die Pumpstation Nord an der Au besuchen wird.

„Er ist der Minister für Umwelt und Ernährung, dem dänischen Parlament Vorschläge für einen weiteren Nationalpark in Dänemark vorzulegen. Daher freuen wir uns sehr, dass Jakob Ellemann-Jensen unserer Einladung gefolgt ist, um eine Einführung in die Natur rund um Skjern Å und eine Präsentation der vorläufigen Pläne für den Nationalpark zu bekommen“, so der Vorsitzende des Nationalparks Skjern Å und Bürgermeister in der Gemeinde Ringkøbing-Skjern, Hans Østergaard.

Mitte der nächsten Woche, am 6. März, werden auch die Bürger von Ringkøbing-Skjern und Herning an einer offenen Bürgerversammlung über den Nationalpark beteiligt. Dann soll die Vision des Nationalparks vorgestellt und der weiteren Prozesse in der Arbeit für einen Nationalpark diskutiert werden. Auf der Versammlung liegen dann auch die Karten des geplanten Nationalparks aus,

„Wir haben den Nationalpark auf der Karte eingezeichnet, basierend auf den Grundsätzen der Einbeziehung von Schutzgebieten, Natura2000-Gebiete und Tiefbettbereiche, die wir im Ausschuss so festgelegt und mehrheitlich angenommen haben. Es ist mir jedoch wichtig zu sagen, dass wir uns im Ausschuss einig sind, dass der Nationalpark nur durch freiwilliges Engagement und ein Dialog mit der Bevölkerung geschaffen werden kann. Daher wird der Entwurf des Projektgebiets lediglich ein Ausgangspunkt für den Dialog sein, den wir mit den einzelnen Grundeigentümern und anderen Interessengruppen führen müssen“, erklärt Hans Østergaard.

Schon im Jahr 2012 war ein Nationalpark Skjern Å kurz vor der Verwirklichung, musste aber in letzter Minute aufgrund von Widerstand einzelner Landwirte fallen gelassen werden.

BILD: Skjern-Au1-a

von

Günter Schwarz – 28.02.2019