(Flensburg) – Ein altes Nutzungsrecht bedeutet anscheinend, dass der geplante Wildschweinzaun entlang der dänisch-deutschen Grenze nicht durch den Kollund-Wald verlaufen darf.

Die Stadt Flensburg hat festgestellt, dass der Bau eines Wildschweinzauns im Kollund-Wald illegal ist, da alle Arten von Bautätigkeiten im Wald verboten sind, schreibt die dänischsprachige Flensburger Tageszeitung „Flensborg Avis“.

„In dem Vertrag aus dem dänischen Wiedervereinigungsjahr 1920 heißt es eindeutig, dass im Wald überhaupt nichts gebaut werden darf, egal wer ihn besitzt“, sagt der Pressesprecher Christian Reimer aus der Stadt Flensburg.

Die dänische Miljøstyrelsen (Umweltschutzbehörde) äußerte sich am Dienstag nicht zum Bauverbot im Kollund-Wald, der sich auf der dänischen Seite der Grenze an der Flensburger Förde befindet. Es wurde jedoch bestätigt, dass die Behörde nun die Dokumente erhalten hat, die belegen, dass die Stadt Flensburg das Recht hat, bei Bau- und Bauprojekten in der Region ein Veto einzulegen. Vorläufig bedeutet es, dass dänische Beamte der dänischen Miljø- og Fødevarestyrelsen (Umwelt- und Lebensmittelbehörde) Gespräche mit der Stadt Flensburg über diese Angelegenheit aufgenommen haben.

Das Miljø- og Fødevarestyrelsen hatte geplant, den Wildschweinzaun durch den Kollundwald zu führen. Das bestätigt den Eigentümer des Waldes, Den Danske Naturfond (Dänische Naturstiftung). Der Verlauf des Zaunes ergibt sich auch aus den Zeichnungen, die der „Flensborg Avis“ vorliegen.

Es wurde erwartet, dass der Zaun eine Gesamtlänge von 70 Kilometern haben würde, aber mit dem Bauverbot im Kollund-Wald wird dem Zaun ein Umweg von vielen Kilometern hinzufügt.

Es ist eine alte Vereinbarung aus dem Jahr 1920, die auch nach dem Verkauf des Waldes weiterhin rechtsgültig ist. Der Stadt Flensburg gehörte der Wald bis 2006, als sie diesen an einen privaten Investor verkaufte, der den Wald Anfang 2019 weiter an Den Danske Naturfond veräußerte. Dennoch kann Flensburg, wie in dem alten Vertrag vereinbart wurde, bei jeglichen Bauarbeiten und Bauprojekten im Waldgebiet ein Veto einlegen, wobei es egal ist, wer der rechtmäßige Eigentümer ist. kann.

Demzufolge forderte der parteilose Bürgermeister Martin Ellermann aus der Gemeinde Harrislee unmittelbar südlich der dänisch-deutschen Grenze unmittelbar die Entfernung des umstrittenen Wildschweinzauns.

„Wir warten immer noch auf eine Erklärung aus Dänemark, was nötig ist, um den Zaun wieder zu entfernen. Welche Voraussetzungen sind erforderlich, damit er wieder abgebaut werden kann und in welchem Zeitraum es stattfinden soll. Darauf haben wir noch keine Antwort erhalten“, sagt Martin Ellermann.

Er bedauert zudem, dass der Grenzstein Nr. 1 am Grenzübergang Skomagerhus beschädigt wird, wenn dort der Wildschweinzaun errichtet wird, schreibt „Flensborg Avis“.

von

Günter Schwarz – 10.04.2019