(Husum) – Am heutigen Ostersonntag, dem 21.04.2019, fand in Husum der alljährliche Motorradgottesdienst statt.

Der einstündige Korso mit rund 1.500 Motorrädern verlief laut Christian Kartheus, dem Flensburger Polizeisprecher, ruhig, friedlich und fröhlich. Ihr Ziel: der Husumer Marktplatz. Dort hatten sich dann rund 3.000 Zuhörer zum abschließenden Gottesdienst versammelt. Die Polizei hat die Veranstaltung und insbesondere den Korso begleitet und abgesichert. Es gab keine nennenswerten Vorkommnisse, die Polizei erlebte eine friedliche und fröhliche Zusammenkunft von Bikern und Motorradbegeisterten.

Am gleichen Tag fand im Nachbarort Horstedt eine Feier des Rockerclubs „Mongols MC Bad Coast“ statt, an der befreundete Motorradclubs teilnahmen. Vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen dieses Clubs mit rivalisierenden Rockergruppen im August 2018 führte die Polizeidirektion Flensburg im Rahmen der „Null-Toleranz-Strategie“ der Landespolizei Schleswig-Holstein einen größeren Polizeieinsatz durch. Ziel war es, ein Aufeinandertreffen rivalisierender Rockergruppierungen sowie Rechtsverstöße und Machtdemonstrationen zu verhindern.

Bereits im Vorwege wurden für 30 Angehörige verschiedener Rockergruppen Aufenthaltsverbote für die Stadt Husum ausgesprochen. Außerdem wurden die Veranstaltungsräume in Husum und in Horstedt zu sogenannten „Gefährlichen Orten“ erklärt. Dieses ermächtigt die Polizei zur Identitätsfeststellung bei Personen und der Durchsuchung ihrer Sachen.

Gegen 12:30 Uhr wurde die Hauptstraße in Horstedt vor dem Gelände des MC Mongols gesperrt. Die dortigen Gebäude wurden durchsucht. Es wurden zahlreiche Waffen und verbotene Gegenstände, u. a. eine Schreckschusswaffe, diverse Messer, Macheten und Schlagwerkzeuge, Elektroschockgeräte, Reizstoffsprühgeräte sowie verschiedene Arten von Munition sichergestellt. Zusätzlich fanden die Beamten geringe Menge Drogen und illegale Tabletten.

Ein 23-jähriger Mann wurde im Bereich des Clubhauses festgenommen. Er hatte noch eine Haftstraße von über zwei Jahren wegen eines Raubdeliktes zu verbüßen und wurde einer Justizvollzugsanstalt zugeführt.

Ab 16:00 Uhr wurden die Teilnehmer der Feier in das Clubhaus eingelassen. Alle Personen und deren Fahrzeuge wurden von Polizeikräften durchsucht.

Dabei wurde weitere gefährliche Gegenstände (Messer, Klingen, Schlagwerkzeug) und Schutzbekleidung gefunden. Weiterhin stellte sich heraus, dass zwei Fahrer womöglich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen, so dass Blutproben angeordnet und die Weiterfahrt untersagt wurde.

Bislang konnte ein störungsfreier Verlauf der Veranstaltung durch den polizeilichen Einsatz gewährleistet werden.

Die Polizei wird auch in den Abendstunden in Horstedt präsent sein. Wir bitten um Verständnis, dass zur genauen Einsatztaktik und zur Personalstärke keine Angaben gemacht werden.

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Flensburg vom 21.04.2019 um 19:02 Uhr

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überarbeitet und veröffentlicht von Günter Schwarz – 21.04.2019