(Flensburg) – Der Flensburger Stadtrat kann am Dienstag beschließen, gegen einen Wildschweinzaun im Kollundwald zu protestieren. Die CDU nennt den Zaun einen „Schuss ins Blaue“.

Der CDU-Fraktion im Flensburger Rathaus nach sollte das deutsche Außenministerium in dem Streit um den dänischen Wildschweinzaun eingreifen. Die CDU befasst sich mit dem Thema am Dienstag mit der Hauptkommissionssitzung der Stadt, schreibt Flensborg Avis.

Der Zaun entlang der dänisch-deutschen Grenze soll durch den Kollundwald führen. Zuvor gehörte das Wakdstück der Stadt Flensburg, die den Wald nach Dänemark verkaufte. Zu der Zeit wurde den Deutschen versichert, die auch zukünftig jegliche Art von Bauarbeiten im Wald verbot, die auf eine vertragliche Vereinbarung aus dem Jahr 1920 zurückgeht. Daher hat die Stadt Flensburg bereits angekündigt, dass sie den Bau durch den Wald ablehnen wird, da der Zaun unangemessen in die Natur eingreift.

Umweltminister Jacob Ellemann-Jensen (Venstre / Rechtsliberale Partei) lehnte Anfang des Monats eine Änderung der Baupläne ab. Dem Minister zufolge kann Dänemark Eigentümer enteignen, damit im Wald gebaut werden kann. „Juristisch haben wir das Recht, eine Enteignung vorzunehmen. Daher müssen wir immer noch versuchen, einen guten Dialog zu führen. Ich verstehe das Anliegen der deutschen Seite voll und ganz. Die Erfahrungen der Deutschen, Grenzen mit Zäunen zu sichern, sind nicht sehr gut. Dieser ist jedoch notwendig, um sicherzustellen, dass die afrikanische Schweinepest viel schwieriger nach Dänemark kommen kann“, sagte Jakob Ellemann-Jensen.

Am heutigen Dienstag wird die CDU zunächst vorschlagen, dass die Verwaltung der Stadt Flensburg protestiert, den Bau des Zaunes durch den Wald zu führen.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Arne Rüstemeier, vergleicht den Kollundwald mit der Tøndermarsken (Tondernmarsch), wo der Zaun um den Naturpark herumgeführt werden soll. Außerdem ist er generell gegen den Zaun, sagt er und fügt an: „Es ist ein Schuss ins Blaue. Ich glaube nicht, dass der angestrebte Zweck des Wildschweinzauns erreicht wird und dass er ein völlig falsches Signal ist. Es ist eine sichtbare Grenze. Vorher gab es nur einen Schlagbaum, jetzt muss ein Zaun sein. Mit Europa hat das nichts mehr zu tun!“

von

Günter Schwarz – 30.04.2019