(Thyborøn) – Der Biologe glaubt, dass die Quoten so sind, wie sie sein sollten, selbst wenn die Fischer dagegen Sturm laufen und um ihre Existenz fürchten. Der Fischer Niki Andersen war zuvor schon finanziell unter Druck gerate, aber jetzt ist es dramatisch.

Die Sprottenfänge werden im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent reduziert, was für Niki Andersens Trawler aus Thyborøn erhebliche Folgen haben kann.

„Wir können das nicht überleben“, sagt Niki Andersen, der seit Dezember 2018 nicht mehr mit seinem Schiff auf See war. Er erwartet auch nicht, in diesem Jahr viele Male auslaufen zu können. Er rechnet mit fünf Mal. Das ist ein sehr niedriger Wert im Vergleich zu den 25 Fangreisen des Vorjahres.
Die Quoten geben die Anzahl der Fangreisen vor. Auch wenn Niki Andersen gerne etwas gegen die Quoten tun würde, kann er sie nicht ändern.

Morten Vinther, Biologe und Berater bei der DTU Aqua sagt: „Ich verstehe, dass die Fischer frustriert sind. Es sind jedoch die Regeln für die Bewirtschaftung einer Fischerei zu vefolgen, da diese nachhaltig und langfristig sein muss.“

Die Fangquoten werden von der Eufestgelegt, und diese hält sich u. a. auch an die Empfehlungen der DTU Aqua (Institut for Akvatiske Ressourcer).

Aber nicht nur für Niki Andersen ist es frustrierend, dass die Fischernetze nicht mit Fisch gefüllt werden dürfen. Der Fischereiverband geht davon aus, dass die Industrie eine Viertelmilliarde Kronen (33,5 Mio. Euro) an Umsatz verlieren wird, wenn die Quoten nicht doch noch geändert und erhöht werden, und dem Vorsitzende der Thyborøn Havns Fiskeriforening (Thyborøn Hafen Fischereiverband), Kurt Madsen, bereiten sie schlaflose Nächte. „Das beschäftigt micht sieben Tage pro Woche, weil ich denke, dass das eine Ungerechtigkeit ist“, sagt er über die Fangquoten.

Kurt Madsen, Vorsitzender der Thyborøn Havns Fiskeriforening.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zweifel darüber bestehen, wie viele Fische tatsächlich im Meer herumschwimmen. „Davon können wir nie absolut überzeugt sein. Aber es gibt zu viele, die uns über die Schulter schauen“, klagt Morten Vinther.

Die Fischer haben zuvor versucht, das Problem anzusprechen, obwohl sie von vornherein nicht daran glaubten, dass ihnen zugehört wird. „Niemand will uns zuhören. Sie nehmen uns nicht ernst, als ob wir nichts darüber verstünden“, beschwert sich Niki Andersen.

Für Kurt Madsen vom der Thyborøn Havns Fiskeriforening sind die Dinge inzwischen so weit gediehen, dass er sie nicht mehr lösen kann. Deshalb hofft er sozusagen auf den letzten Strohhalm und auf Hilfe der Politiker in Christiansborg. „Es ist in der Regel unsere letzte Chance, wenn wir in einer solchen Situation sind, dass wir Politiker brauchen, die uns helfen. Wir hoffen, es gibt jemanden, der es will und macht. Immerhin ist es ein großes Geschäft – besonders in unserer Region“, sagt er.

Die Fischerei wird durch Quotenkürzungen erdrückt.

von

Günter Schwarz – 01.05.2019