Die deutsche Besatzung wird am 05. Mai 1945 ab 08:00 Uhr offiziell beendet. Kong Christian X. ernennt eine Übergangsregierung mit Vertretern der vier alten zum Besetzungstermin regierenden Parteien bestehend aus Socialdemonkraterne, Venstre, Det Konservative Folkeparti, Radikale Venstre-und der Widerstandsgruppen unter dem Sozialdemokraten Vilhelm Buhl als Statsminister.

Dänemark wurde am 5. Mai 1945 von britischen Truppen unter der Führung des berühmten englischen Generals Bernard Montgomery befreit. Eine Ausnahme war jedoch die Insel Bornholm, die erst am 9. Mai 1945 von russischen Truppen besetzt wurde, da sich der deutsche Kommandant der Insel weigerte, die Kapitulation der deutschen Truppen anzuerkennen.

Am 4. Mai um 18:30 Uhr unterzeichneten die Deutschen auf Weisung des amtierenden deutschen Reichskanzlers, Admiral Dönitz, der von Flensburg-Mürwik aus regierte, die Kapitulation am Hauptsitz von Montgomery in der Lüneburger Heide. Um 20.36 Uhr wurde in der dänischen Nachrichtensendung der BBC aus London die Befreiung Dänemarks angekündigt. So kam am 4. Mai 1945 abends die Ankündigung der deutschen Kapitulation. Die Kapitulation trat erst am 5. Mai um acht Uhr morgens in Kraft.

Sowohl die deutsche Wehrmacht in Dänemark als auch die dänische Widerstandsbewegung warteten entsprechend nur darauf, dass die britischen Truppen kämen, damit die Kapitulation durchgeführt werden konnte. Britische Truppen rückten dann am 8. und 9. Mai 1945 in Dänemark ein. Der Rückzug der deutschen Truppen verlief ruhig, und es gab nur wenige Zusammenstöße. Es lag vor allem daran, dass die Disziplin der deutschen Soldaten aufrecht erhalten wurde und die Kommandeure bewusst versuchten, Konfrontationen zu umgehen.

Nach der Kapitulation der deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark am 4. Mai 1945 abends erhielt auch der Bornholmer Wehrmachtskommandant, Kapitän zur See Gerhard von Kamptz, am 6. Mai eine Kapitulationsaufforderung vom Befehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in Vorpommern. Kamptz wies die Aufforderung zurück, da die Kapitulation seiner Meinung nach nur gegenüber den Westmächten galt, und ließ noch am 7. Mai 1945, dem Tag vor der deutschen Gesamtkapitulation, auf sowjetische Aufklärungsflugzeuge schießen. Daraufhin wurden die Städte Rønne und Nexø von der sowjetischen Luftwaffe mehrfach bombardiert und teilweise zerstört. Zehn Zivilisten kamen bei den Bombardierungen ums Leben.

Nachdem zwischenzeitlich die Nachricht von der Gesamtkapitulation auf Bornholm eingetroffen war, ordnete General der Artillerie Rolf Wurhmann, der am 6. Mai mit den Resten des IX. Armeekorps aus Ostpreußen auf die Insel evakuiert worden war, die Einstellung des Widerstandes an und übergab Bornholm am 9. Mai einem sowjetischen Vorauskommando in Stärke von 110 Mann. Die erheblichen Sachschäden wurden in den Folgejahren auch mit schwedischer Hilfe beseitigt. Erst am 5. April 1946 zogen die sowjetischen Truppen wieder von Bornholm ab.

Die Besetzung Dänemarks während des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Truppen erfolgte im Zusammenhang mit der Operation Weserübung am 9. April 1940. Dänemark wurde fast ohne militärischen Widerstand besetzt. Die Besetzung der ostdänischen Insel Bornholm erfolgte einen Tag später am 10. Mai 1940.

Die Regierung und die meisten öffentlichen dänischen Institutionen funktionierten während der ersten drei Jahre der Besatzung relativ unverändert. Die dänische Regierung unter Statsminister Erik Scavenius blieb im Land und kooperierte weitgehend mit der deutschen Besatzungsmacht. Am 09. November 1943 entschied sich die Regierung für den Rücktritt, nachdem die Deutschen eine Reihe von Forderungen nach umfangreichen Arbeitsniederlegungen im Land gestellt hatten. Auch mit dem Rücktritt der Regierung blieb sie zwar offiziell im Amt, aber die Amtsgeschäfte wurde tatsächlich von den Amtsleitern der Ministerien fortgesetzt.

Nach dem Regierungsrücktritt wurde der Alltag für die Bevölkerung aufgrund der immer schlechter werdenden Versorgungssituation und des wachsenden Widerstands gegen die deutsche Besatzungsmacht schwieriger. Als Reaktion auf den Widerstand hatten die deutschen Militärs und Polizisten einen viel härteren Einsatz von Gewalt eingeführt, der zur Abrüstung der dänischen Verteidigung, zu Versuchen, die dänischen Juden zu verhaften und zu deportieren, zur Festnahme und Deportation der dänischen Polizei und zur Einführung der Todesstrafe für Sabotage und Anschläge gegen die Besatzungsmacht führte. Viele Mitglieder der Widerstandsbewegung wurden daraufhin hingerichtet, und viele am Krieg unbeteiligte Dänen kamen durch deutsche Vergeltungsmaßnahmen ums Leben.

von

Günter Schwarz – 05.05.2019