(Stevns) – Die Kontroverse um die Erhaltung von Stevns Klint auf Sjælland (Seeland) südlich von København wurde vor Jahren entzündet und ist in der Intensität darum kaum abgeebbt. Aber, wie es aussieht, wird es demnächst zu endgültigen Entscheidung kommen.

Sollte Stevns Klint gerettet werden oder nicht? Nach Jahren hitziger Debatten und juristischer Rangeleien steht nun eine endgültige Entscheidung bevor. Die Miljø- og Fødevareklagenævnet (Umwelt- und Lebensmittelbeschwerdekammer) muss die endgültige Entscheidung in dem Fall treffen, um die seit Jahren heftigst gerungen wird.

Einerseits kämpfen die Landbesitzer, denen das Land gehört, um die Klippe. Zuallererst wollen sie auf ihrem Land nur in Frieden haben. Auf der anderen Seite ist unter anderem die Danmarks Naturfredningsforening (Dänische Naturschutzbehörde) der Ansicht, dass jederman Zugang zum Naturschutzgebiet haben muss. Die Parteien sind sich nur darin einig, dass es gut ist, dass der Fall nun bald endgültig entschieden wird: „Es bedeutet uns sehr viel, weil es hier bei uns in Stevns schon seit Jahren so ist. Es wäre schön, die Dinge in Ordnung zu bringen, so dass wir endlich Ruhe bekommen und weitermachen können“, sagt Michael Løvendal Kruse, Vorsitzender der Danmarks Naturfredningsforening in Stevns.

Es ist eine schöne Klippe – aber die Frage ihrer Erhaltung bereitet seit 2004 Sorgen.

Das erste Mal, dass die Frage der Erhaltung von Stevns Klint aufgeworfen wurde, war vor 15 Jahren im Jahr 2004. Seitdem sind sich Danmarks Naturfredningsforening, Landbesitzer und Kommunalpolitiker nicht einig. Aber am Samstag kam die Miljø- og Fødevareklagenævnet (Beschwerdekammer für Umwelt und Lebensmittel) vorbei, um die Klippe zu inspizieren – und sobald sie später ihre Entscheidung in dem Fall treffen wird, ist diese endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden.

Es ist der Vorsitzende des Miljø- og Teknikudvalget (Umwelt- und Technologieausschuss) in der Kommune Stevns, der die Beschwerdekammer dazu gebracht hat, sich um den Fall zu kümmern – und darüber ist er glücklich.

„Ich freue mich darauf, dass eine Entscheidung getroffen wird, nachdem wir uns damit so viele Jahre auseinandergesetzt haben. Das Treffen findet am Montag in der Miljø- og Fødevareklagenævnet statt, und dann wird hoffentlich die Entscheidung der Behörde fallen, auf die ich mich sehr freue“, sagt Flemming Pedersen (Venstre / Rechtsliberale Partei), und er fügt hinzu: „Es war frustrierend. Wir haben uns sehr damit auseinandergetzt, haben uns getroffen und sind dennoch zu keiner Einigung gekommen. Aber wir haben uns wieder versammelt, und ich finde es gut, dass diese Zeit jetzt vorüber ist. Deshalb freue ich mich auf eine Entscheidung.“

Flemming Pedersen (Venstre) freut sich, dass der Fall endgültig geklärt wird.

Ein entscheidender Streitpunkt ist der Wunsch der Naturschutzbeauftragten, dass die rund 20 Kilometer langen Straßenbahnstrecke zwischen Rødvig und Bøgeskov Havn geschützt zu wird. Das ist aber völlig unnötig, weil die Route bereits über Grundstücke auf freiwilliger Basis gesichert ist, glauben die Grundbesitzer. Sie haben sogar zugestimmt, dass Fußwege ihre Drundstücke kreuzen können.

„Die Grundbesitzer haben sich freiwillig – ohne Kosten für die Öffentlichkeit – das Land eingebracht“, sagt Frank Elmer, Vorsitzender von Lodsejerforeningen Stevns Klint.

„Dieses sichert jedoch die Zukunft des Weges langfristig nicht gut genug“, meint Flemming Pedersen (Venstre): „Die freiwillige Vereinbarung, die es ist – das Wort sagt es – ist freiwillig, und der Freiwillige hält sich nur daran, solange er es für richtig hält und er das Land nicht selbst zu brauchen glaubt. Wenn nur ein Freiwilliger abspringt, gibt es keinen ununterbrochenen Weg mehr“, sagt Flemming Pedersen in Bezug auf die Straßenbahnstrecke.

Ein weiterer Naturschutz ist völlig unnötig – weil die Natur auf freiwillige Weise gesichert wird, glaubt der Landbesitzervorsitzende Frank Elmer.

Ein weiterer Streitpunkt ist der Wunsch der Naturschützer nach einem 25 Meter breiten, kultivierungsfreien Streifen vom Weg in die Felder, was nach Meinung der Grundbesitzer eine zu große Intervention in ihren Grundbesitz darstellt. „Wenn wir jetzt dem zustimmen, dass ein 25 Meter breites Stück Land so belassen werden soll, weil es eine schöne Natur ist, dann können wir in Dänemark gleich alles unter Schutz stellen. Das geht hier also im Prinzip um sehr viel. Wir wollen der Herr unseres eigenen Hauses und unserer Grundstücke bleiben“, sagt Frank Elmer, Vorsitzender von Lodsejerforeningen Stevns Klint.

Auch Flemming Pedersen ist sich dessen bewusst, dass dies ein erheblicher Eingriff in das Grundeigentum ist – aber das ist notwendig. „Das Naturschutzinstrument ist ein ernstzunehmendes Instrument, aber wenn es keinen Sinn macht, es hier anzuwenden, macht es meines Erachtens an vielen anderen Orten auch keinen Sinn“, meint Flemming Pedersen dazu.

Die Dänische Gesellschaft für Naturschutz fordert eine 25 Meter breite Schutzzone vom Rand der Klippe

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Günter Schwarz – 13.05.2019