Philosphen schwelgen schon sehr begeistert von der unmittelbar bevorstehenden Revolution der Digitalisierung. Diese mag in unheimlich vielen Bereichen auch Vorteile bringen und alle sind begeistert. Alle? Nein, ein kleines Dorf in Gallien … und eine Verlagsillustratorin sehen das komplett anders.

Michele Raship arbeitet freiberuflich als Illustratorin und sorgt dafür, dass all jene Bilder in die Kinderbücher kommen, die Bücher für die jungen Leser so liebenswert machen. Dabei verzichtet sie renitent auf digitale Zeichengeräte. Stolz und glücklich war sie über das Geschenk eines Sets von verschiedenen Graphit und Kohlestiften, welches sie praktisch ständig mit sich herumschleppt. Mit zu dieser „Ausrüstung“ gehört ein Skizzenbuch, in welchem sie an den verschiedensten Orten Gedanken und Inspirationen skizziert. Mit der Hand und Bleistift und Papier.

Ob ein iPad mit einem entsprechenden Touch-Zeichenstift nicht praktischer sei, wagte ich vor einiger Zeit zu fragen. „NO WAY!“, schallte es mir fast augenblicklich entgegen. Zunächst einmal wäre es schwer, eine geeignete App zu finden und zum Zweiten gäbe es keine Touch-Pens, die Zeichendruck und Stiftführung in einer zuverlässigen Qualität auf das Tablet übertragen. Ganz anders sähe es zwar mit Graphic-Tablets für feste Computer aus, doch da sei ein Skizzenbuch doch leichter und praktischer zu transportieren.

So fantastisch sich die Digitalisierung auch präsentieren mag. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis echte „Handwerker“ ihre Werkzeuge beiseite legen und sich ganz auf die digitale Technik verlassen, denen es zumindest noch in der Ausstattung für Illustratoren an transportablen und praktischen Innovationen fehlt. Unter dem Strich ist eine handgezeichnete Illustration mit Kohle oder Bleistift auch sehr viel liebenswerter und persönlicher als ein JPEG-Format auf dem Computer.