Das Internat Herlufsholm in Næstved auf Sjælland (Seeland) wird am 23. Mai 1565 in einem ehemaligen Benediktinerkloster gegründet.

Herlufsholm bei Næstved ist ein 1565 als private Lateinschule gegründetes Internat und heute eine der ältesten bestehenden Schulen in Dänemark. Das säkularisierte Skovkloster, ein ehemals 1135 von Peder Bodilsen gegründetes Benediktinerkloster am Ufer der Suså, wurde 1560 nach der Reformation von dem humanistisch geprägten dänischen Admiral Herluf Trolle und seiner Frau Birgitte Gøye vom dänischen Staat erworben und nach Trolles Tod in der Folge des Dreikronenkrieges (1563 – 1570), der auch als „Nordischer Siebenjähriger Krieg“ bezeichnet wird, 1565 als Lateinschule eingerichtet.

Herluf Trolle (1551)

Trolle hatte während des Studiums an der Universität Wittenberg die Bekanntschaft mit Philipp Melanchthon und seinen Erziehungsvorstellungen gemacht und setzte diese gemeinsam mit seiner Frau nicht nur in Herlufsholm um. Auch die Lateinschulen in Roskilde und Helsingør wurden von beiden durch erhebliche Geldzuwendungen gefördert. Trolle benannte noch zu seinen Lebzeiten Skovkloster in Herlufsholm um. Seine sehr vermögende Ehefrau setzte die Förderung noch bis zu ihrem Tode 1574 fort.

Seither besteht Herlufsholm als Stiftung, deren erster Leiter der dänische Historiker und Reichskanzler Arild Huitfeldt war, und hat heute ca. 600 Schüler, von denen 275 dort wohnende Internatsschüler sind, die in den Wohnheimen leben. Herlufsholm ist die einzige Schule in Dänemark mit einer Schuluniformpflicht. Die Schüler absolvieren ein 10-tägiges Programm mit Unterricht an Samstagen, gefolgt von 3-tägigen Wochenenden. Die Schule bietet eine Reihe von Bildungsmöglichkeiten: ab der 6. Klasse in der dänischen Sekundarstufe I; die fakultative 10. Klasse; die drei Klassen der Sekundarstufe II, allgemein bekannt als STX; und die internationalen Programme: eine Vorbereitungsklasse (1-2 Jahre) mit IGCSE-Prüfungen und dem International Baccalaureate Program

Herlufschule (1895)

Die von Trolle begründete bedeutende Bibliothek in Herlufsholm mit über 40.000 Bänden ging 1968 durch Verkauf an die damals neue Universität Odense über. Sie war besonders im 18. Jahrhundert unter dem bibliophilen Grafen und Schulherren Otto Thott, der als Schlossherr auf dem benachbarten Schloss Gavnø ansässig war, stark erweitert worden.

von

Günter Schwarz – 23.05.2019