(Billund) – Zwölf Jahre lang hat die Heilsarmee schutzbedürftige Familien zu Ausflügen und Ferienlagern geschickt, aber mit den neuen Regeln für die Urlaubsvergütung könnte es vorbei sein – keine Raupen, Piratenboote und Türme mehr.

Die drei Kinder von Kurban Soliymana freuten sich darauf, alle Fahrten im Legoland auszuprobieren. Zusammen mit 3.200 anderen schutzbedürftigen Familien erhielten sie gestern, am Samstag, eine kostenlose Fahrt in Billunds bekanntesten Attraktionen.

„Es bedeutet uns heute wirklich viel. Meine drei Kinder sind sehr glücklich, und wir sind sehr dankbar, dass wir die Gelegenheit haben“, sagte Kurban Soliymana aus Sønderborg.

Seit 12 Jahren schickt die Heilsarmee jedes Jahr 7.000 benachteiligte dänische Kinder mit Begleitperson zu Ausflügen oder in Ferienlager. Sie werden in erster Linie vom Arbejdsmarkeds Feriefond (Arbeitsmarkturlaubsfond) bezahlt, der das Geld erhält, das die Menschen nicht als Urlaubsgeld ausbezahlt bekommen.

In diesem Jahr hat der Arbejdsmarkeds Feriefond etwas mehr als 40 Mio. Kronen (5,35 Mio. Euro) dafür bereitgestellt. Aber es könnte das letzte Mal sein, dass Kurban Soliymana und ihre drei Kinder einen bezahlten Ausflug nach Legoland bekommen.

Mit den neuen Urlaubsregeln wird es jetzt einfacher, ihnen Urlaubsgeld auszuzahlen, und das bedeutet, dass Organisationen wie die Heilsarmee viel weniger Geld zugeteilt bekommen, um z. B. einen Tag im Legoland für benachteiligte Familien zu organisieren.

„Es ist gut, dass diejenigen, die ihr Urlaubsgeld verdient haben, es auch ausgezahlt bekommen, aber dieses sind Familien, für die Urlaub ein Fremdwort ist. Sie können sich keinen Urlaub leisten, und so ein Ausflug ist ihr Urlaub“, sagt Lars Lydholm, Pressesprecher der Heilsarmee.

Die Politiker müssen etwas unternehmen, denn er befürchtet, dass Bedürftige in Zukunft überhaupt keine Ausflüge mehr machen können, wie Kurban Soliymana und ihre Kinder einen gestern gemacht haben. Lars Lydholm hofft daher, dass die Politik reagieren wird.

„Wir hoffen, dass sie im Finanzgesetz einen Pool für diejenigen einrichten, die sich keinen Urlaub leisten können. Sie brauchen auch Urlaub, insbesondere die Kinder“, sagt Lars Lydholm.

Kurban Soliymana tut es auch leid zu hören, dass ihr gemeinsames Erlebnis im Legoland das letzte gewesen sein kann. „Wir haben keine Gelegenheit, hierher zu kommen, deshalb wird es für die Kinder etwas langweilig. Ich hoffe, dass etwas getan wird“, sagt Kurban Soliymana.

von

Günter Schwarz – 26.05.2019