(Varde) – Zum ersten Mal ist es jetzt möglich, den abgelegenen Teil des Strandes von der stark verschmutzten Kærgård Klitplantage zwischen Henne Strand im Norden und Vejers Strand im Süden zu durchwandern. Im Jahr 1955 wurde St. Løvklit unter Naturschutz gestellt. Løvklit ist ein Teil der ca. 1.400 ha. großen Kærgård Klitplantange (Dünenanpflanzung), die in staatlichem Besitz ist. Durch diesen Schutz wird der Rest vom früheren Eichenwald entlang der dänischen Westküste, gesichert.

Am Mittwochmorgen weihen die Region Süddänemark, die Kommune Varde, das Naturschutzamt und ProVarde das 2,8 km lange Kærgård Strandsti ein. Zum ersten Mal seit 56 Jahren wird es jetzt möglich sein, den abgelegenen Teil des Strandes vor der Kærgård Klitplantage zu passieren.

1964 wurde ein Badeverbot verordnet. Damals waren es 800 Meter, und 2002 wurde es auf eine Länge von 1,4 Kilometern vor der Dünenplantage erweitert. In dem Zeitraum war es nicht möglich, den verschmutzten Teil des Strandes zu passieren, aber jetzt wird es wieder möglich sein.

In einem Teil der Kærgård Plantage wurde in den Jahren 1956 – 1973 Medizinabfall abgelagert. Seit dem Frühjahr 2015 sind 4 von 6 Gruben gereinigt. Die Verschmutzung betrifft 1.400 m am Strand bei der Kærgård Plantage, die mit Schildern markiert sind, wo man nicht baden, bzw. barfuß gehen darf. Der betroffene Strandabschnitt ist ca. 3,5km von Henne Strand entfernt.

In den letzten 56 Jahren bestand ein Badeverbot für eine 1,4 Kilometer lange Strecke vor der Kærgård Klitplantage.

Die Region Syddanmark (Süddänemark), Varde, die Naturstyrelsen og Erhvervsudvikling (Naturverwaltung und Geschäftsentwicklung) ProVarde haben gemeinsam einen Wanderweg eingerichtet, der die verschmutzten Strände umgeht, so dass eine sichere Entfernung zu den Verunreinigungen eingehalten wird.

In der Mitte der 2,8 km langen Strecke in den geschützten Dünen der Kærgård Klitplantage baute man eine Informationskabine, wo man etwas über die Geschichte der Umweltverschmutzung lernen kann und wie man die Kærgård Klitplantage frei von den Verschmutzungen zu machen gedenkt.

2007 übernahm die Region Syddanmark eine der schlimmsten mit Schadstoffen belastenten Grundtücke Dänemarks. Seitdem wurden fast 7.500 Tonnen stark verschmutzter Sand, Erde und Schlamm entfernt. Ziel der Sanierung war es zunächst, die Aufenthaltsbedingungen in den Dünen zu verbessern.

In der Zeit von 1956 bis 1973 fuhren Tanker in Shuttles Abwasser vom Grindstedværket in die Kærgård Klitplantage zwischen den Stränden von Vejers und Henne. Hier wurde das Abwasser in sechs sogenannten Gruben abgelagert, zwischen den Dünen befinden sich große Grubenlöcher, und insgesamt wurden schätzungsweise 286.000 Kubikmeter Abwasser abgelagert. Dieses entspricht dem Inhalt von zwei Tank-Shuttles an jedem Tag des Jahres innerhalb von 17 Jahren.

Das Abwasser stammt unter anderem aus der Herstellung vom Grindstedverket wie Vitaminpillen, Antibiotika, Schlaftabletten und Nervenmedikamente sowie Stoffe wie Quecksilber, Cyanid, Benzol und chlorierte Lösungsmittel.

Leckagen aus den Gruben haben Boden, Grundwasser und Badegewässer verschmutzt, und 1964 wurde auf einer Strecke von 800 Metern entlang der Nordseeküste ein Badeverbot verhängt. Später wurde das Badeverbot auf die heute noch gültigen 1.400 Meter ausgeweitet.

von

Günter Schwarz – 29.05.2019