Die Versuchsanlage für alternative Energie Risø auf der Ostseite des Roskilde-Fjords wird am 06. Juni 1958 nach mehrjähriger Bauzeit eingeweiht.

Die Risø DTU oder das Nationallaboratoriet for bæredygtig Energi (Nationallaboratorium für altenatve Energie) befindet sich auf der Halbinsel Risø. 6 km nördlich von Roskilde. Es ist ein Forschungszentrum für neue Energieformen.

Unter dem Namen Atomenergikommisionens Forsøgsanlæg Risø (Atomenergiekommissions Versuchsanlage Risø) wurde sie 1955 als öffentliche Forschungseinrichtung gegründet, die die friedliche Nutzung der Kernenergie erforschen sollte.

Die Akademie der Technischen Wissenschaften stand der Ausschussarbeit vor, die der Finanzbewilligung vorausging, und unter den führenden Kräften befand sich Professor Niels Bohr, Professor J.C. Jacobsen, Professor Torkild Bjerge und Bauingenieur Haldor Topsøe.

Der Bau wurde von der Atomenergiekommission mit Niels Bohr als Vorsitzendem und 23 Mitgliedern aus Hochschulen, Industrie, Elektrizitätswerken und Gewerkschaften geleitet. Die Risø-Halbinsel im Roskilde-Fjord ist das Zentrum des großen Forschungsinstituts, das mit der Einweihung am 6. Juni 1958 in Betrieb ging. Insgesamt wurden 3 Atomforschungsreaktoren errichtet: DR1 (1957-2001), DR2 (1958-1975) und DR3 (1960-2000) mit jeweils 2 kW, 5 MW und 10 MW Leistung. Seit 2003 wurden die kerntechnischen Anlagen der Forschungsanlage von der Dansk Dekommissionering abgebaut.

1973 löste die Ölkrise nochmals eine politische Debatte über die Nutzung der Kernenergie aus, die einige Jahre später zur Einstellung der Haupttätigkeit von Risø führte. Stattdessen lag der Schwerpunkt auf der Erforschung alternativer Energien, einschließlich Windkraftanlagen. 1985 wurde die Atomkraft vollständig aus dem dänischen Energieplan gestrichen. Anschließend änderte die Institution ihren Namen in Forskningscenter (Forschungszentrum) Risø.

Im Detail kann erwähnt werden, dass das Forschungszentrum aufgrund der Kernreaktoren bis zum 30. Juni 1999 eine eigene Feuerwehr unterhielt – die Risø-Feuerwehr. Heute ist die Feuerwehr Roskilde für die Löschpflicht in den Bereichen des Zentrums zuständig.

Am 1. Januar 2007 fusionierte das Forschungszentrum Risø unter anderem mit einer Reihe anderer Wissenschafts- und Forschungszentren. mit der Technischen Universität von Dänemark, DTU, die jetzt für den Betrieb verantwortlich ist. Die Fusion führte zu einer Namensänderung in den aktuellen Namen.

Das Zentrum bietet Arbeitsplätze für mehr als 600 Mitarbeiter, die meisten davon sind in den Forschungsabteilungen beschäftigt. Das Zentrum selbst umfasst 262 Hektar Land. Geschäftsführer ist seit 2007 Henrik Bindslev.

Das Risø Forschungszentrum gliedert sich in folgende Forschungsabteilungen: Biosysteme, Brennstoffzellen und Festkörperchemie, Materialforschung, DTU Fotonik, Abteilung Photonik, Strahlenforschung, Systemanalyse und Windenergie

Laufende Projekte umfassen:

  • Entwicklung verschiedener Brennstoffzellentypen
  • Produktion und Speicherung von Wasserstoff für Brennstoffzellen
  • Aeroelastisches Design von Windkraftanlagen
  • Forschung an neuen Lasersystemen
  • Radioaktiver Strahlenschutz
  • Nanomaterialien für den Einsatz in Biotechnologie und Medizin

von

Günter Schwarz – 06.06.2019