(Lübeck) – Welchen Stellenwert hat die Kulturpolitik in Schleswig-Holstein? Für den Lübecker Theaterintendanten Christian Schwandt ist die Antwort auf diese Frage klar: „Den letzten!“ Er kündigt seinen unbefristeten Arbeitsvertrag, der eigentlich noch bis zum 31. Juli 2020 läuft und warnt vor der Viertklassigkeit der Lübecker Bühne.

Der seiner Meinung nach unzureichenden Finanzhilfe des Landes wegen hat der Lübecker Theaterdirektor Christian Schwandt das Handtuch geworfen. Theaterdirektor Christian Schwandt zieht die Konsequenzen aus der Sparpolitik des Landes und reichte seine Kündigung ein.

Das bestätigte heute, am Montag, eine Sprecherin des Lübecker Theaters. Zwölf Jahre lang hat Schwandt das Haus in der Hansestadt erfolgreich geführt. Im vergangenen Jahr hatte die Spielstätte einen Besucherrekord aufgestellt, aber zugleich weniger eingenommen. Das Gesamtbudget des Theaters liegt bei 24 Millionen Euro pro Jahr, 10 Millionen davon kommen von der Hansestadt Lübeck, weitere rund 10 Millionen vom Land. Jetzt hat Schwandt zum 31. Juli 2020 gekündigt, weil dringend benötigte und versprochene Mittel von der Landesregierung nicht kommen würden.

„Es ist nicht nur mein Eindruck in der Kulturszene, dass die Kulturpolitik in Schleswig-Holstein den absolut letzten Stellenwert hat.“ Noch spielten die Theater in Lübeck, Kiel und das Landestheater Schleswig-Holstein quasi in der zweiten Liga. „Jetzt laufen wir in Lübeck Gefahr, viertklassig zu werden“, warnte Schwandt, der seit 2007 in der Trave-Stadt arbeitet.

„Wir sind schon jetzt so runtergespart, dass wir anspruchsvolle Opern wie zum Beispiel ,Lohengrin‘ kaum noch auf die Bühne bringen können“, sagte Schwandt. Dazu seien besonders gute Sänger nötig, die aber mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr bezahlbar seien.

von

Günter Schwarz – 17.06.2019