(Tønder) – Lärmende Saatkrähen haben die Einwohner der Stadt Tønder seit 25 Jahren belästigt, aber in den letzten Jahren hat die Kommune das Problem mit einem Jagdgewehr bekämpft – und es hat geklappt!

Sie schreien, krächzen und können ihre Nachbarn lange wach halten und schlecht schlafen lassen: Saatkrähen. Das kennen viele Einwohner von Tønder. Aber die Bewohner der Innenstadt haben wahrscheinlich inzwischen wahrgenommen, dass ihr Schlaf nicht mehr durch schreiendes Gekrächze gestört wird.

Die Saatkrähe ist ein geschützter Vogel, aber mit Erlaubnis der Naturstyrelsen (dänische Naturbehörde) hat die Kommune Tønder in den letzten Jahren Saatkrähenküken geschossen, die sich außerhalb des Nestes in städtischen Gebieten aufhielten. Es hat eine große Wirkung gezeigt.

„Dort im alten Amtmandshave (Amtmannsgarten) sind heute keine Krähen mehr. Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier 2.040 Nester. Wie überall in der Stadt haben wir erfahren, dass die Saatkrähen umgezogen sind“, sagt Christian Kjær-Andersen, Abteilungsleiter von Vej & Park (Wege und Park) der Kommune Tønder.

Christian Kjær-Andersen erklärt, dass sich die Krähen unter Druck gesetzt gefühlt haben und deshalb sind viele von ihnen an einen anderen Ort gezogen.

Tønder hat auch in diesem Jahr versucht, dieses Problem zu lösen. Viele Krähen haben jetzt ihre Nester am Sønderjylland -Krankenhaus und auf dem Gelände der Naturstyrelsen gebaut. Daher wurde der Kommune die Erlaubnis erteilt, junge Krähen zu erschießen, die in diesen Gebieten leben. Es gab viele Jungkrähen, die geschossen werden mussten.

Die Tønder Jagtforening schießt die Krähen in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni. In diesem Jahr haben sie in dieser Zeit 1.574 junge Krähen geschossen. Die meisten von ihnen wurden in den Gebieten rund um das Krankenhaus und bei der Naturstyrelsen abgeschossen. In den innerstädtischen Gebieten sind in diesem Jahr nur 234 junge Krähen betroffen gewesen.

„Ich finde es sehr schön. Es ist ein reiner Erfolg, dass wir in diesem Jahr mit dem Krankenhaus und der Naturstyrelsen zusammenarbeiten konnten. Wenn wir so viele Krähenküken erschießen, wird es im nächsten Jahr dementsprechend weniger geben“, sagt Christian Kjær-Andersen.

Christian Kjær-Andersen betont, dass es nicht darum geht, die Krähen auszurotten. Er glaubt, dass es auch Bürger gibt, die es zu schätzen wissen, sie in der Stadt zu haben. „Für uns ist es das Ziel, Bedingungen zu schaffen, die die Bürger der Stadt Tønder für in Ordnung halten. Es soll weiter Krähen geben, aber wir wollen eine Zahl, die akzeptabel ist, damit sie Teil des Stadtbildes sind, aber kein negatives Bild verursachen“, sagt Christian Kjær-Andersen.

Seit 2003 hatte die Anzahl der Krähen in der Stadt Tønder stark zugenommen, und sie waren über die ganze Stadt verteilt. Nachdem Tønder das Jagdgewehr auf sie angesetzt hat, gibt es in der Stadt nur noch drei Plätze, an denen die Saatkrähen Nester bauen.

von

Günter Schwarz – 21.06.2019