(Randers) – Eine Urenkelin des Gastwirtsehepaares, das hinter der Widerstandsgruppr mit dem Namen „Hvidstengruppen“ stand, schenkte der Königin zum 75. Jahrestag derer Hinrichtung Blumen.

Nicoline Kjul Fiil Paetch ist die Tochter des Gastwirtspaares im Gasthaus von Christina und Søren Fiil und damit die Urenkelin von Marius und Gudrun Fiil, die das Gasthaus während des Krieges geführt haben.

Am Samstag, den 29. Juni vor 75 Jahren, wurden der Eigentümer vom Hvidsten Kro, Marius Fiil und sieben weitere Mitglieder der Kronjyske-Widerstandsgruppe „Hvidstengruppen“ durch Erschiessen in Ryvangen bei København hingerichtet.

Dieser Hinrichtung wurde bei einer Zeremonie an der Gedenkstätte in der Nähe des Gasthauses nördlich von Randers gedacht. Dronning Margrethe II. nahm an der Zeremonie teil und erhielt bei dieser Gelegenheit Blumen von Nicoline Kjul Fiil Paetch.

Die „Hvidstengruppen“ war eine Widerstandsgruppe im Zweiten Weltkrieg. Acht Mitglieder der Gruppe wurden 1944 von den Deutschen gefangen genommen und am 29. Juni desselben Jahres hingerichtet.

Sie ist die Tochter des Gastwirtspaares im Gasthaus, Christina und Søren Fiil, und von daher die Urenkelin von Marius und Gudrun Fiil, die das Gasthaus während des Krieges betrieben. Als sie der Königin ihre Blumen überreichte, trug das 13-jährige Mädchen die gleiche Kleidung, die auch das Bedienungspersonal vom Hvidsten Kro trägt. Sie trug auch eine Brosche, die Kirstine Nicoline „Tulle“ Fiil gehörte, der ältesten Tochter des damaligen Wirtspaares.

Nur vier Tage lang lag die königliche Yacht, Dannebrog“, in Aarhus. An Bord befand sich die Königin, die traditionell ihre Sommerferien auf Schloss Marselisborg verbringt.

Es war der 29. Juni 1944, als „Tulle“ ihren Vater Marius Fiil, ihren Bruder Niels Fiil und ihren Ehemann Peder Bergenhammer Sørensen verlor. Dieses geschah, nachdem die deutsche Besatzungsmacht ein Depot der „Hvidstengruppen“ entdeckt hatte, in dem Fallschirme, Waffen und Munition auf einem Feld in der Nähe des Gasthauses lagerten.

Acht Gruppenmitglieder wurden zum Tode verurteilt und bei København hingerichtet. Die Leichen der acht hingerichteten Widerstandskämpfer wurden nach Kriegsende nach Hvidsten gebracht und nördlich des Gasthauses in der dafür errichteten Gedenkstätte beigesetzt.

Im Frühjahr 2020 beginnt der Produzent Regner Grasten mit den Dreharbeiten über die „Hvidstengruppen“.

Die Bearbeitung für die Fortsetzung des Films läuft auf Hochtouren. Das Gastwirtspaar Fiil freut sich darauf, mehr über die Familiengeschichte kennenzulernen. Schon im Jahr 2012 wurde eine Geschichte der Widerstandsgruppe Jütland im Film „Hvidsten Gruppen“ produziert. Der Film verkaufte sich mit bis zu 800.000 Kinokarten und wurde ein großer Erfolg in Dänemark.

Regner Grasten plant gerade eine Fortsetzung des Films, schreibt das „Ekstra Bladet“. Die Aufnahmen finden im Frühjahr 2020 statt, und der Film wird voraussichtlich 2021 fertig sein und in die Kinos kommen. Der Film trägt den Titel „Hvidsten Gruppen – De efterladte“ (Die Hvidsten-Gruppe – Die Überlebenden) und handelt von der Zeit nach dem Krieg im Krug.

von

Günter Schwarz – 29.06.2019