Halløjsa – er du okay? … Das kollektive Gejammer über die Hitze ist ja fast auf seinem Zenit angekommen – besonders bei meinem Alten mit seinem Herzkasper.

Ich bin da eher entspannt und habe mir angewöhnt, nach der Arbeit im Hof zu sitzen. Obwohl ich weder Garten noch Balkon besitze und in einem regulären Altbau-Mehrfamilien-Stadthaus wohne, hat irgendwer mal vergessen, seine Gartenmöbel neben den Mülltonnen wegzupacken. 

Genau dort sitze ich dann nun also mit Kaffee und Buch. Und das ist 100mal besser als in dem schwelenden Kernreaktor meines Wohnzimmers. Rein temperaturtechnisch.

Gestern haben wir spontan gegrillt. Die Oma aus dem EG hat Nudelsalat gemacht, der Typ von Oben hat Grillkohle besorgt, und ich hab‘ Würstchen gekauft. Auch wenn man sonst mit diesen Nachbarn wenig gemein noch Kontakt hat, war es ein gemütlicher Abend. Wenn die Hitze das drinnen-vor-sich-hin-köcheln für alle unerträglich macht und man es sich dann draußen gemeinsam bei Dosenbier und Bratwurst im Hinterhof neben den Mülltonnen gemütlich macht, dann kann das nicht schlecht sein. Es ist zumindest eine Idee, auf die man bei Schnee und Regen eher nicht kommt.

So ein Nachbarschaftliches ist schnell organisiert und bedarf wirklich wenig Gemeinsamkeiten. Meine Nachbarn sind im täglichen Umgang wirklich so etwas wie Pest und Ebola. Trotzdem haben wir da alle gestern mehr Freude gehabt, als einsam in unseren Wohnungen.

Vielleicht ist dies eine Idee, die euch auch mal hinter die Mülltonnen treibt. Wenn man schon „urban“ lebt, dann kann man das auch Feiern. „Milieu“ und so 😉

Klingelt mal nebenan und fragt, wer am besten den Nudelsalat hinkriegt, oder wer noch Geld für Grillkohle hat.

Na los… nu kiek mol ni so klog.