Der dänische Oberst und Autor Peter Frederik Rist wird am 07.Juli 1844 im Stadtteil Holmens in København geboren.

Rist wurde als Sohn des Kammerrats August Ahlert Rist (gestorben 1884) und Charlotte Frederikke, geborene Philipsen, (gestorben 1863) geboren. Schon im Det von Westenske Institut (ehemaliges Gymnasium und Gelehrtenschule in der Nørregade von 1799 bis 1893), wo er zur Schule ging, hatte er seinen Kopf voller Fiktion und Theater, und im Herbst 1863, als Kong Frederik VII. verstarb und dem Kong Christian IX. auf dem Thron folgte, war sein Blick auf das Artium, dem Schulabschlussexamen, ein wenig getrübt, und er legte es nicht ab. Aber dann kam der 2. Slesvigske Krig (Deutsch-Dänischer-Krieg) und half ihm über den Trübsinn hinweg.

Im Januar 1864 wurde er Offiziersanwärter beim 9. Bataillon in Fredericia, das er im März verließ und mit Paul Ulrich Scharffenbergs Brigade nach Dybbøl ging, wo Rist während des Sturms auf die Schanze am 18. April verwundet wurde. Nachdem er geheilt worden war, wurde er für den Rest des Krieges zum Reserveleunant ernannt.

Natürlich wurde er nach der Friedensregelung ins Zivilleben zurückgeführt und musste nun sein Artium nachholen. Nach dem Schulabschluss begann Rist zum zweiten Mal eine militärische Karriere. 1866 wurde er zunächst Oberleutnant beim 19. Bataillon in Nyborg, und im Jahr darauf diente er als Oberleutnanteutnant beim 18. Bataillon in København-Helsingør. 1881 wurde er zum Hauptmann befördert und wurde Kompagniechef beim 22. Bataillon in Helsingør, wovon er 1888 zum 4. Regiment in København versetzt wurde. Schließlich wurde er 1893 zum Chef des 15. Bataillons im Kastellet, einer Zitadelle in København und des bestbefestigten Kastells Nordeuropas. Bereits ein Jahr später wurde zum Oberstleutnant ernannt.

Am bekanntesten ist Peter Frederik Rist jedoch nicht als Militär sondern als Autor geworden. Während des langen Aufenthalts in der Helsingører Garnison war er oft in der Hauptstadt, wo er Georg Brandes Vorträge hörte, die sich der poetischen Inszenierung widmeten.

Darufhin begann auch Rist viel zu schrieben. Aber er schien leicht von selbstkritischer Entmutigung gefangen zu sein, und alles, was er zuerst schrieb, wurde verbrannt. Sein Autorendebüt gab er als Geschichtsschreiber. Nachdem er seine historischen Studien teilweise in einigen populären Zeitschriften erschienen waren, veröffentlichte er 1884 seine lebendigen Darstellungen des Militärdienstes des 18. Jahrhunderts (From the Booty).

Später wurde er Mitherausgeber der verdientermaßen populären historischen Zeitschrift Musæum (1889 ff.). Ab 1888 war er Mitarbeiter der Mitteilungen des Kriegsarchivs und ab 1896 Leiter der Kriegsgeschichte des Generalstabs. Dann veröffentlichte er das Buch Olaf Ryes Saga (1899), in dem ein Brief usw. veröffentlicht sind. In diesem Zusammenhang kann hinzugefügt werden, dass er (1890) die Buchreihe Soldaterlæsning herausgegeben und (1896) die Garnisonsbibliothek eingerichtet hat. Er war auch sein Mitherausgeber der Buchreihe Memoirer og Breve (51 Bände, 1905-1927).

Als fiktiver Schriftsteller hat er sich regelmäßig auf seine historischen Studien zurückgezogen, um vielleicht Schutz vor einem gewissen Scharnier der Pracht zu suchen oder um eine leichte Neigung zum Skurrilen zufriedenstellend zu befriedigen oder vielleicht nur eine oppositionelle Tendenz zu erkennen durch ein altmodisches Kostüm. So sind einige größere und kleinere historische Kurzgeschichten und historische Pastiches entstanden (unter anderem das letztere Buch Pagebreve, 1898).

Sein poetisches Debütbuch war En Rekrut aus dem Jahr 64 (1889). Man könnte in dieser Erzählung wie auch anderswo bei Rist eine energische Umsetzung des mutmaßlichen Plans verpassen; das Ende war oft gerade so, als sei es in eine Nebenstraße eingebogen, um die Stimmung dazu einzuschätzen, die der Leser nicht erwartet hatte. Aber man findet eine Reihe guter Silhouetten von dänischen Kommandeuren und Privatleuten und eine überaus anschauliche Darstellung des Leidens des Krieges und der Art und Weise, wie die Menschen sie ertragen. Die Präsentation ist sowohl hier als auch in der Sammlung der Soldaten (1890) frisch und packend.

Überall geht es um feine Details, etwa in der Kurzgeschichtensammlung Jonathan (1894) Das Bild des leichten Rauschens des jungen Offiziers oder in After Dybbøl (1892) die schöne Darstellung der naiven ersten Liebe eines frisch gebackenen Leutnants. In letzterem Buch hat Rist auch sehr enttäuschend eine entzückende weibliche Anmut gezeichnet. Andernfalls hat er möglicherweise eine größere Fähigkeit, der Umgebung und einer einzelnen Situation die Farbe zu verleihen als mit gesunden Strichen Figuren zu vertiefen und wiederzubeleben.

Rist ist viel gereist, ohne dass der Eindruck, den diese Reisen hinterlassen haben, seiner Poesie zugute gekommen zu sein scheint, die im Allgemeinen in der Nähe des dänischen Militärpersonals spielt. Er war dreimal und teilweise längere Zeit in Deutschland und Österreich, einige Male in Norwegen, einmal in den Niederlanden und 1880 auf See im Mittelmeer und in Ägypten.

1874 heiratete er Ida Møller (geb. 1850), Tochter des Stadtbeamten Lorenz Bertelsen Møller und Caroline Born Dømler aus Frederikshavn .

Peter Frederik Rist verstarb am 25. Juni 1926.

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von Günter Schwarz – 07.07.2019