Am 10. Juli 1987 explodiert eine Bombe im Keller des Glostrup-Krankenhauses und leitet damit die Anschläge der „Krankenhausbomben“ ein.

Die „Krankenhausbomben“ sind ein Verbrechen, das 1987 gegen die Krankenhäuser in Glostrup und Herlev verübt wurden. Im Keller des Glostrup-Krankenhauses wurde eine Rohrbombe gezündet und später eine ähnliche, nicht gezündete Bombe aus dem Herlev-Krankenhaus entfernt. Der Täter, der unter dem Namen „Mario“ bekannt wurde, wurde den Taten für schuldig befunden und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Am Freitag, den 10. Juli 1987, um ca. 05:45 Uhr explodierte eine Rohrbombe im Keller unter dem Krankenhaus des Rigshospitals Glostrup. Später am selben Tag erhielt Københavns Politi (Kopenhagener Polizei) in Bellahøj einen von der Gruppe Merkur unterzeichneten Brief, in dem 16 Millionen Kronen (2,15 Mio. Euro) Lösegeld gefordert wurden, um entsprechende Bomben in fünf großen Københavnerne Kaufhäusern nicht zu zünden.

Die Polizei jagte das ganze Wochenende nach den Tätern, doch am Montag erhielt die Polizei einen neuen Brief von einer Organisation, die sich „Merkur“ nannte,in dem der Vorfall vom Freitag bedauert wurde und darüber informierte, dass sich eine ähnliche Bombe im Krankenhaus von Herlev befand. „Merkur“vermutete, dass die Polizei die Bombe bereits gefunden hatte, da man vor Ort ein Polizeiauto gesehen hatte.

Die Polizei durchsuchte das Herlev-Krankenhaus und fand die nicht explodierte Bombe. Die Teile dieser Bombe im Vergleich zu gefundenen aus Glostrup führten die Polizei am 11. August auf die Spur der Person „Mario“, die später verhaftet und angeklagt wurde. Anscheinend gab es keine „Merkur“-Gruppe, sondern nur eine Einzelperson hinter den Anschlägen.

Am 10. Juni 1988 wurde die Gerichtverhanlung vor dem Østre Landsret (Oberster Gerichtshof Ost) in København wegen des Bombenanschlags in Glostrup, des versuchten Bombenanschlags in Herlev und der Erpressungsversuche gegen die Kaufhäuser für schuldig befunden. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

von

Günter Schwarz – 10.07.2019