Mein Sohn gustelt nach der Schule in die Kantine der Uni-Klinik, um dort Mittag zu essen. Das Taschengeld für diesen Zweck bekommt er extra von meiner Frau. Ich wollte ihm nun einen Gefallen tun und bot an, 50 Cent drauf zu legen. Mein Angebot sorgte für Heiterkeit und die Frage, wen ich eigentlich verarschen will? Man bekäme doch nix mehr für 50 Cent, betonte mein Jung wortreich und zählte eine Liste all der Dinge auf, die man eben nicht für 50 Cent kaufen kann. 

Nach einiger Überlegung fiel mir dann tatsächlich aber auch nicht mehr besonders viel ein.

In seinem Alter kam ich mit 2,50 Mark in der Woche aus. Davon waren 1,80 für die wöchtliche Ausgabe der Mickey Mouse fest verplant und für den Rest wurden Süßigkeiten am Kiosk vor der Schule erstanden. 

Einige Jahre später wurde mein Taschengeld auf 10 Mark die Woche erhöht – und auch das reichte vollkommen für einen Kino- oder Jahrmarktbesuch. 

10 Mark, bzw. 5 Euro braucht mein Jung inzwischen am Tag. Für Mittagessen… was eventuell über ist, spart er für kleine Extras. 

Auch wenn die Sehnsucht zu „guten alten Zeiten“ und der D-Mark oft leider nur Rechtspopulisten und Reichsbürgern zugeordnet wird, kommt es mir jedoch auch vor, dass Preise damals in vielerlei Hinsicht realistischer waren.

Zumindest erschließt sich mir kein Grund, € 2,70 für eine Tasse Kaffee oder 5 Euro für ein Bier bezahlen zu sollen. Eine Verhältnismäßigkeit sehe ich da zumindest nicht mehr gegeben. Und die Zeiten, in denen man Kindern mit 50 Pfennig, bzw. 50 Cent eine Freude machen konnte, scheinen nun auch entgültig vorbei zu sein. 

Tatsächlich ist die Liste der Dinge, die man für 50 Cent kaufen kann, denkbar dünn. Ein trockenes Brötchen vielleicht – oder ein Tütchen Backpulver… Selbst einfache Schokoriegel kosten inzwischen midestens 80 Cent. 

Wir reden hier ipso fakto über die Kaufkraft von einer Mark. Und wer hätte im Freudentaumel des Euro gedacht, dass man nur wenige Jahre später für eine Mark nur noch ein Tütchen Katzenfutter kaufen wird können? Ich habe ja den Eindruck, dass das Währungskonzept ziemlich ins Klo gefallen ist. Aber das darf man ja so nicht sagen… in unserem tollen Europa.

Dabei will ich die Mark gar nicht zurück. Mir ist es egal, was auf dem Geld steht… ein wenig „Verhältnismäßigkeit“ zwischen Einkommen und Preisen wäre jedoch sehr wünschenswert.