Bei einer Expolsion am 15. Juli 1980 in der Dansk Sojakagefabrik (Dänische Sojabohnenfabrik) in Københavns Stadtteil Islands Brygge werden 23 Mitarbeiter verletzt, und es entsteht ein Sachschaden von ca. 200 Mio. Kronen (26.8 Mio. Euro).

Die Dansk Sojakagefabrik, die im Volksmund „Sojabohne“ genannt wurde war eine Fabrik, die Sojabohnen für Futter und Speiseöl raffinierte. Die Bohnen wurden von ØK-Schiffen (Schiffe der Østasiatiske Kompagni) ins Land gebracht, und die Fabrik gehörte auch der Reederei. Sie wurde 1909 im Stadtteil Islands Brygge in København gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden Arbeitsgeber, bei dem in den 1950er Jahren rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt waren, von denen viele in der Gegend um der Fabrik lebten.

Das Unternehmen expandierte mit Fabriken in anderen Städten wie in Aalborg, Helsingborg und Hanko in Finnland und erweiterte stetig seine Produktpalette.

Am 15. Juli 1980, kurz nach Mitternacht, ereignete sich in der Extraktionsanlage eine Explosion, die über den größten Teil von København zu hören und zu fühlen war. Bei dem Unfall wurden 23 Mitarbeiter verletzt und es entstand ein erheblicher Sachschaden, der sich auf rund 200 Millionen Kronen belief.

Die Explosion führte dazu, das ØK die Fabrik in København schloss und versuchte, die Anlage nach Pakistan zu verkaufen. Aber da die Anlage Chlor und gefährliche Gase produzierte und mit einem Quecksilberkatalysator arbeitete wurde der Deal, möglicherweise unter dem Druck von Protesten auf der Straße und von Greenpeace, nicht umgesetzt.

Im Fabrikgelände und im Hafen wurde nach dem Unfall eine gründliche Reinigung u. a. auch des Erdreichs durchgeführt, und ab 1999 wurden die meisten Betriebsgebäude abgerissen, das Gebiet als Bauland ausgewiesen, und in Havnestaden umbenannt.

Einige der alten Gebäude wurden noch restauriert, umgebaut und wiederverwendet. Dies gilt zum Beispiel für die Gemini Residence, die auf zwei alte Silos der einstigen Sojabohnenfabrik erbaut wurde – auf dem Pressensilo und die Zeppelinerhalle.

Zu den bekannten Personen, die einst in der Dansk Sojakagefabrik gearbeitet haben, gehört unter anderem das derzeitige Folketingsmitglied Finn Sørensen (Enhedslisten).

von

Günter Schwarz – 15.07.2019