(Sylt / Rømø) – Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) zeigt sich „begeistert“ darüber, dass eine neue Fähre in Betrieb kommt – „ganz besonders vor dem Hintergrund der Bahnbauarbeiten im November mit erheblichen Sperrungen und Einschränkungen für unsere Grundversorgung.“ Die Sylt-Fähre sei ein verlässlicher Infrastrukturpartner für Gäste, Sylter und Betriebe. Auch Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) äußerte sich positiv und begrüßte den Schritt. Jede zusätzliche Kapazität schaffe Entlastung, sagte Buchholz, auch wegen der Marschbahnproblematik.

Auf der Strecke zwischen Havneby auf der dänischen Insel Rømø und List auf Syltwird ab November eine zweite Fähre eingesetzt. Das teilte die Rømø-Sylt-Linie am Mittwoch mit. Die Geschäftsführerin Birte Dettmers sagte, die Nachfrage nach Fährverbindungen Richtung Sylt und zurück sei seit 2011 kontinuierlich gestiegen. Wegen der anstehenden Bauarbeiten auf dem Hindenburgdamm im November rechnet die Rømø-Sylt-Linie mit einer weiter steigenden Nachfrage – denn während die Arbeiten laufen, werden zahlreiche Autozüge gestrichen.

Vom 04. bis 29. November werden von montags 21:00 Uhr bis freitags 05:00 Uhr alle Autozüge ausfallen. Durch die zweite Sylt-Fähre erreiche die Reederei-Gruppe eine Steigerung der Kapazität um 150 Prozent, meinte eine Sprecherin. Bei dem 2. Schiff handelt es sich um die 1991 gebaute MF „Tresfjord“und derzeit aufwendig renoviert und auf die Bedürfnisse der Rømø – Sylt Strecke umgebaut wird.

Statt bisher 80 sei dann für insgesamt 207 Fahrzeuge Platz. Außerdem sagte Dettmers: „Mit der zweiten Fähre verdoppelt sich der Fahrplan, so dass wir dann künftig im November stündliche Abfahrten je Hafen anbieten können.“ Die Fähre soll jede Stunde zwischen dem dänischen Havneby auf der Insel Rømø und List fahren. Neben dem Dieselantrieb verfügt die neue Fähre über eine zweite Maschine, die mit verflüssigtem Erdgas angetrieben wird.

Darüber hinaus soll das neue Schiff künftig vorrangig in den Sommermonaten sowie an anreisestarken Tagen wie etwa zu Weihnachten und Silvester parallel zum „SyltExpress“ fahren. Da das Schiff in Havneby liegen soll, kann es aber auch kurzfristig bei Kapazitätsengpässen eingesetzt werden.

Nach eigenen Angaben transportiert die Sylt-Fähre rund 400.000 Passagiere und mehr als 130.000 Fahrzeuge pro Jahr.

von

Günter Schwarz – 24.07.2019