Das perfekte Ferienhaus in Dänemark zu finden ist zunehmend schwieriger geworden. Das Angebot an Ferienhäusern ist auf dem niedrigsten Stand seit 2010. Die Zahl der Anfang August angebotenen Ferienhäuser liegt um 7,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie neue Zahlen der Wohnungsbaubehörde belegen. Dies schreibt „Boligsiden.dk“ in einer Pressemitteilung.

„Wenn wir uns das Angebot an Ferienhäusern ansehen, müssen wir bis 2010 zurückgehen, um zu dieser Jahreszeit eine ähnlich niedrigere Anzahl zu finden. Der Grund dafür ist, dass der Umsatz in den letzten Jahren einfach explodiert ist“, sagt Birgit Daetz, Hausökonomin und Kommunikationsdirektorin auf der genannten Homepage.

„Ein Angebotsrückgang kann mehrere Ursachen haben. Der offensichtliche Grund ist, dass weniger Menschen die Immobilie zum Verkauf anbieten und somit der Markt ausgehöhlt wird. Dieses ist derzeit jedoch nicht der Fall“, erklärt Birgit Daetz und fährt fort: „In den letzten Jahren gab es einen konstanten Zustrom von neu angebotenen Ferienhäusern auf dem Markt. Wenn wir also jetzt einen Rückgang sehen, ist die hohe Anzahl von Verkäufen der entscheidende Parameter.“

Der Trend ist landesweit, mit sinkenden Angebotszahlen in allen fünf Regionen des Landes. Dieses gilt sowohl für die Entwicklung im vergangenen Monat als auch für die gleiche Zeit im vergangenen Jahr.

Der größte Rückgang ist in der Region Sjælland (Seeland) zu verzeichnen, wo im Vergleich zur Vorjahreszeit 15,2 Prozent weniger Ferienhäuser für Käufer zur Auswahl stehen. In den übrigen Regionen ergibt sich ein Rückgang zwischen 4,3 und 7,6 Prozent.

Aber warum besteht der Wunsch zu kaufen? Laut Birgit Daetz sorgen eine Verbesserung der allgemeinen Konjunktur, steigende Immobilienpreise, höhere Hypothekenkredite für Sommerhauskäufe und die erstaunlichen Verkäufe von Ferienhäusern des letzten Jahres für Aufschwung.

„Wir sind nach der Finanzkrise in eine Krise geraten, in der die wirtschaftliche Entwicklung für den Ferienhaus-Markt von besonderem Vorteil ist. Die Beschäftigung ist hoch, steigende Immobilienpreise geben den Hausbesitzern einen Mehrwert und ein Gefühl der Sicherheit, das sich in einem höheren Konsumrisiko äußert“, sagt sie und schließt an: Das bedeutet, dass mehr Menschen tatsächlich finanzielle Gewinne haben, um ein Ferienhaus zu kaufen. Die Tatsache, dass es neben einem niedrigen Zinssatz auch eine Verbesserung der Kreditbestimmungen im Ferienhausgewerbe gab, während das Wetter im vergangenen Sommer historisch heiß war, bedeutet, dass zusätzliche Verkäufe getätigt wurden und das Angebot somit zurückgegangen ist.“

von

Günter Schwarz – 02.08.2019