Eine Studie zu den Vermietungspreisen von Ferienhäusern zeigt, dass der Preisunterschied in einigen Fällen bis zu 8.500 Kronen (1.140Euro) für eine Wochenmiete betragen kann.

Der Sommer ist vorbei und auch in diesem Jahr haben Hunderttausende Dänen und Deutsche einen Teil ihres Urlaubs in einem Ferienhaus verbracht. Einige von ihnen haben jedoch mehr Geld bezahlt, als beispielsweise norwewegische und schwedische Urlauber.

Bei einer der größten Vermietfirmen des Landes zahlen die Dänen und aucg Deutsche viel mehr als die nordischen Nachbarn, wenn sie genau dasselbe Ferienhaus zur gleichen Zeit mieten. Eine durchgeführte Untersuchung der Ferienhaus-Preise zeigt, dass bei „Dansommer“ je nach der von Ihnen bestellten Sprache ein deutlicher Preisunterschied besteht.

Wenn Sie auf der dänischen Website des Unternehmens bestellen, zahlen Sie durchschnittlich 26 Prozent mehr als auf der norwegischen und 20 Prozent mehr als auf der schwedischsprachigen Website. Im Durchschnitt entspricht dies 1.790 (235 Euro) bzw. 1.500 dänische Kronen (201 Euro) pro Woche, in einigen Fällen beträgt der Unterschied jedoch bis zu 8.500 dänische Kronen (1.140Euro).

Noch schwieriger geht es über deutschsprachige Kunden hinaus, die im Durchschnitt nochmals 420 Kronen (56,30 Euro) mehr als die Dänen zahlen. Die Preisunterschiede stünden laut der Anwältin des Forbrugerrådets Tænk (Verbraucherrates Denk), Maria Liljeqvist, unter aller Kritik. „Natürlich halten wir es nicht für fair, dass dänische und deutsche Urlauber für ein und dasselbe Ferienhaus wesentlich mehr bezahlen als norwegische und schwedische Kunden. Es ist nicht ethisch nicht gerechtfertigt“, sagt sie.

Obwohl es formal nicht illegal ist, die Preise zu variieren, fragt sich Maria Liljeqvist, welche Überlegungen „Dansommer“ im Zusammenhang mit der Preisgestaltung angestellt hat. „Denken sie, dass ,es geht, wenn geht es?‘ Wenn die dänischen Verbraucher es nicht bemerken, dann wissen sie nicht, dass sie betrogen wurden?“ fragt sie.

„Dansommer“ selbst glaubt jedoch nicht, dass Preisschwankungen neu oder unethisch sind, abhängig von der Art oder Nationalität der Kunden, an die Sie Ihre Urlaubsunterkünfte vermieten. Laut dem Vertriebsleiter von „Dansommer“, Philip Hoeg Kildegaard, variieren die Preise, da die Kosten für die Geschäftstätigkeit in verschiedenen Ländern unterschiedlich sind. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass Angebot und Nachfrage in Skandinavien unterschiedlich sind. „Ich würde sicher nicht sagen, dass daran etwas Unethisches ist. Es ist ein Mechanismus, der in vielen verschiedenen Branchen eingesetzt wird“, sagt er.

Trotzdem gibt der Verkaufsleiter zu, dass es einen ungewöhnlich großen Preisunterschied gibt. Er betont, dass es einen Fehler in der Preisgestaltung geben könnte, den „Dansommer“ derzeit untersucht. „Ich habe allerdings noch nicht festgestellt, ob hier ein Fehler liegt, aber es besteht ein Unterschied, der über den normalen Rahmen hinausgeht. Es scheint, als hätten besonders die Norweger einen wirklich guten Preis erhalten“, sagt Philip Hoeg Kildegaard.

Er betont, dass die norwegischen Preise im Falle eines Fehlers zu niedrig sind. Daher wird es für dänische und andere Kunden keine Rückerstattung geben.

Bei Befragungen anderer Vermieter ergaben sich jedoch keine signifikanten Preisunterschiede.

So bekommen Sie ein dänisches Ferienhaus zum „norwegischen Preis“

  • In einigen Fällen können Sie viel Geld sparen, indem Sie vor der Buchung nach Preisen für verschiedene Länder suchen, z. B. ein Ferienhaus, ein Flugticket, eine Fähre oder ähnliches online.
  • In einigen Fällen reicht es aus, nur die Sprache der Website zu ändern – häufig durch Klicken auf eine der kleinen Flaggen oben. In einigen Fällen, wie z. B. auf ,dansommer.dk‘, müssen Sie stattdessen zur norwegischen Datei ,dansommer.no‘ wechseln.
  • Bitte beachten Sie, dass Ihre Beschwerden und Rechte von Land zu Land variieren können, wenn etwas schief geht.

Quelle: Forbrugerrådet Tænk

Aber es sind nicht nur dänische und deutsche Urlauber, denen mehr Geld aus der Tasche als ihren Nachbarn gezogen wird. Laut Thomas Rønde, Professor für Unternehmertum und Innovation an der Copenhagen Business School, sind unterschiedliche Preise eine weit verbreitete Verkaufspraxis.

„Die Idee dahinter ist, dass Kunden in verschiedenen Ländern unterschiedliche Zahlungsbereitschaften haben. Deshalb schaffe man ein System, bei dem es für Norweger billiger ist“, sagt er. Thomas Rønde meint, das Ziel dieser Strategie ist es, den Preis genau dort zu platzieren, wo Sie den höchsten Ertrag erzielen. „Es geht nicht darum, fair zu sein. Es geht darum, was die Leute bezahlen können“, sagt er.

Maria Liljeqvist zufolge ist sich der Forbrugerrådet Tænk des Problems seit langem bewusst und rät den Verbrauchern, den günstigsten Preis anzustreben. „Oft können Sie über norwegische oder deutsche Websites z. B. günstigere Bahntickets oder Flugtickets erhalten. Aber so wie es jetzt ist, muss man leider ein bisschen arbeiten“, sagt sie.

Sie warnt jedoch auch davor, dass Sie sich bewusst sein müssen, dass andere Rechte und Bedingungen als die dänischen gelten können, wenn Sie Tickets über ausländische Websites kaufen.

von

Günter Schwarz – 23.08.2019