(Aarhus) – Die globale Erwärmung führt zu wärmeren Seen in Dänemark, die gute Wachstumsbedingungen für Parasiten bieten und die auf die Badenden die Hautkrankheit „Schwimmerjuckreiz“ übertragen können, die auch „Zerkariendermatitis“ genannt wird.

Sehr wahrscheinlich haben alle von uns noch sehr gute Erinnerungen an den Hitze-Sommer 2018. Die Sonne brannte wochen- und monatelang vom Himmel, Eiskugeln schmolzen in der Waffel, und die erhitzten Körper wurden im Blau erfrischender Wellen abgekühlt.

Der rekordverdächtige Sommer bedeutete aber auch eine Rekordzahl an mikroskopisch kleinen Kriechtieren in den dänischen Seen, und dieses führte wiederum zu einer Rekordzahl an parasitären Befallsfällen, bei denen sich Plattwürmer bzw, Egel in die Haut von Badenden bohrten.

Dieses bestätigt ein neuer Forschungsbericht, der unter anderem von Forschern des Universitätsklinikums Aarhus erstellt wurde.

In Østjylland (Ostjütland) wurde im Juni letzten Jahres von einem Badekind in Silkeborg berichtet, das von diesen Juckreiz auslösenden Parasiten befallen wurde. Die Kommune Silkeborg handelte daraufhin sofort und warnte vor dem Baden in dem See, in dem das Kind gebadet hatte.

So sieht es aus, wenn man den sogenannten „Schwimmerjuckreiz“ bekommt. Die Person auf dem Foto hier ist nach einer Infektion nach etwa 1,5 Wochen von den Egeln zu sehen. Der Befallene stand etwa bis zu den Knieen im Wasser. Foto: Naturstyrelsen (Naturschutzbehörde)

Der Forschungsbericht berichtet von mehreren Badegästen, die nach dem Schwimmen in dänischen Seen an der Hautkrankheit „Schwimmerjucken“ erkrankten – einschließlich der Seen in und um Silkeborg.

„Wir mussten feststellen, dass in Dänemark mehrere Fälle von Juckreiz bei Schwimmern gemeldet wurden. Der gleiche Trend ist aber auch in ganz Europa erkennbar, und mit den steigenden Temperaturen können wir davon ausgehen, dass diese Fälle häufiger auftreten werden“, sagt die Ärztin Eva Susanne Tracz von der Dermatologie (Hautklinik) am Universitätsklinikum Aarhus, eine der Autoren des Berichts.

Die Symptome von „Schwimmerjuckreiz“ sind starker Juckreiz und Hautausschlag, der wochenlang anhalten kann.

Der Biologe Poul Hald Møller spricht über die Parasitengattung.

Die Forscher, die hinter dem Bericht stehen, haben in neun dänischen Seen die zu Juckreiz führenden Parasiten gefunden. Dazu gehören der Almindsø in Silkeborg und der Vedsø in Viborg.

Die Parasiten, die auf Dänisch in schönen Worten als Trichobilharzia-Parasiten bezeichnet werden, sind so klein, dass Sie sie mit bloßem Auge nicht sehen können. Sie leben normalerweise an Vögeln und auch Wasservögeln, die diese durch das Schwimmen im Wasser auf den Menschen übertragen.

Die Egel können nicht durch die relativ dicke menschliche Haut gelangen, sondern scheiden beim Nagen in der Haut einige sehr störende Substanzen aus und verursachen somit einen entzündlichen Zustand in der Haut.

Obwohl erwartet wird, dass der Juckreiz von Schwimmern in Zukunft weiter zunimmt, raten Forscher nicht davon ab, in dänische in Seen baden zu gehen. Stattdessen sollten die Badegäste eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wenn sie in Seen schwimmen gehen.

„Wir wollen die Menschen nicht davon abhalten, in den dänischen Seen zu schwimmen, aber es gibt eine Reihe von Dingen, die beachtet werden müssen“, erklärt die Ärztin Eva Susanne Tracz.

Gute Tipps zu Seeparasiten

  • Es kann eine gute Idee sein, das morgendliche Schwimmen zu vermeiden, wo die Konzentration der Parasiten am größten ist, und auch sollte man im tiefen Wasser zu schwimmen. Das Baden im Winter ist ebenfalls eine gute Idee, da es in der kalten Jahreszeit weniger Parasiten gibt.
  • Sie sollten daran denken, sich nach dem Baden in Seen abzuduschen und mit einem Handtuch gründlich zu trocknen.
  • Wenn Sie Symptome von „Schwimmerjuckreiz“ bemerken, können Sie zunächst versuchen, Antihistaminika einzunehmen, die Sie rezeptfrei erwerben können. Wenn dieses nicht hilft, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, der eine Ekzem-Salbe verschreibt.
  • In früheren Tierstudien wurde vermutet, dass sich die Parasiten im Körper ausbreiten und neurologische Symptome verursachen könnten. Beim Menschen scheint es jedoch nicht so zu sein, dass sich die Parasiten nur auf der Haut des Menschen ausbreiten können.

von

Günter Schwarz – 04.10.2019