(Kolding) – Auch eine neue Abwasserturbine soll die Koldinger künftig zusätzlich mit Strom versorgen.

Was Koldings Bürger aus der Spüle, dem Waschbecken, dem Bad oder von der Toilette herunterpülen, kommt als Strom in die Schalter und in die Steckdosen der Leute zurück. Das ist die Idee, wenn am heutigen Samstag Dänemarks erste Abwasserturbine eingeweiht wird.

Durch die zentrale Koldinger Kläranlage in Agtrup fließen jährlich 11 Milliarden Liter gereinigtes Abwasser durch die Stenderup-Wälder in den Lillebælt (Kleinen Belt). Auf dem Weg dorthin hat das Abwasser ein Gefälle von 35 Meter, so dass das Wasser so schnell hinunterrinnt, dass es fließt. Aus diesem Grund hat „BlueKolding“, das das Abwasser von Kolding reinigt, eine Abwasserturbine einbauen lassen, um die Fließgeschwindigkeit des Abwassers zu nutzen.

„Wir haben einfach eine Turbine in das Rohr durch das das Wasser fließt installiert, eine Wassermühle, wenn Sie so wollen, bevor es im Lillebælt in einer Tiefe von 30 Metern austritt“, sagt BlueKolding-Direktor Per Holm.

Das Abwasserturbinenprojekt ist Teil der „BlueKolding“-Strategie „vom geringsten Schaden zum größten Nutzen“. In der Regel richtet das Unternehmen wenig Schaden an, indem es das Abwasser der Stadt so reinigt, dass es nicht die Umwelt im Wasser schädigt. Jetzt profitiert es auch noch vom Wasser.

„Es ist in der Tat sowohl einfach als auch genial. Das Wasser läuft sowieso, und wir nutzen einfach die Energie, die in seiner Bewegung steckt“, sagt „BlueKolding“-Vorsitzende Tanya Buchreitz Løwenstein.

von

Günter Schwarz – 05.10.2019